Ich bin

  • Das 'Ich bin' dient dem Leib zur Erhaltung seines Seins im Sein.

    Der Leib ist die Basis des ‘Ich bin’, seines Daseins.


    „Denn auch, wenn wir das Eine als die Ursache bezeichnen, bedeutet das nicht, etwas Ihm, sondern etwas uns Zukommendes auszusagen, daß wir nämlich etwas von Jenem her haben, während Es selbst in sich bleibt.“1

    Plotin bringt damit zum Ausdruck, dass der Homo sapiens, folglich das ‘Ich bin’, nichts über den Ursprung selbst aussagen kann, sondern nur über das aus ihm als Ereignis hervorgegangene. Der Informationsgehalt des Leibes ist dem ‘Ich bin’ nur insoweit zugänglich, als er ihm in bewusster Wahrnehmung zur Erkenntnis wird. Oder auch: Der Informationsgehalt des Leibes beinhaltet eine wesentlich größere Datenmenge als die dem ‘Ich bin’ infolge der bewussten Wahrnehmung zugängliche. Der Leib umfasst somit Informationen, die dem ‘Ich bin’ unbewusst, dennoch - zumindest teilweise - nicht grundsätzlich seiner Erkenntnis entzogen sind. Er besitzt, wie das Seiende generell, seine Weltlinie oder Vergangenheitskegel, mit dessen Informationsgehalt er über sein gesamtes Dasein verknüpft ist. Das Seiende ist das Resultat der Transformation bzw. der dualen Information; sie bedingen die Evolution des Kosmos, des individuell Seienden.

    Die Transformation erzeugt ein Ereignis, das dem ‘Ich bin’ als Einheit der beiden Aspekte des Fundamas zur Erkenntnis gelangen kann. Ein Ereignis ist für das ‘Ich bin’ physische Erscheinung, oder in der Begrifflichkeit der Physik die physikalisch zugängliche und damit erforschbare Realität. Der Aspekt der Information über den Prozess der Transformation ist, entgegen seinem maßgeblichen Anteil an der Evolution des Kosmos, nur inhärent als Sosein des Daseins im Seienden existent. Die Information über den Prozess der Transformation tritt in der Realität zum einen als Formgeber der physikalischen Existenz des Seienden und zum anderen als dessen Informationsgehalt in Erscheinung. Anders formuliert: Auf der einen Seite existiert der Porsche als Ereignis, als erkenntnisfähige Erscheinung, und auf der anderen Seite befinden sich die entsprechenden Konstruktionspläne, nicht nur über die Einzelteile des Fahrzeuges, sondern darüber hinaus über ihre Anordnung, ihr Zusammenspiel, die Materialbeschaffenheit etc. oder auch über die innerhalb seines Weltkegels liegenden Informationen. Dieser Informationsgehalt des Seienden bedingt das ‘Ich bin’; er ist untrennbar mit ihm verknüpft. Es sind keine verborgenen Informationen, sondern sie sind ebenso frei verfügbar wie Bücher in einer Bibliothek. Die Akasha-Chronik stellt nur eine der Interpretationen des ‘Informationsgehaltes des Kosmos und Sheldrakes ‘morphologische Felder’ eine andere Sichtweise2 dar.

    Der Leib des Homo sapiens ist eine komplexe und in seinem strukturellen Aufbau überaus differenzierte Entität. Das ZNS, insbesondere das Gehirn mit seinem hochkomplexen neuronalen Netzwerk, ist nur ein Bestandteil seines Leibes. Dass das ‘Ich bin’ sich explizit mit dieser Entität identisch sieht, wird durch den Akt der bewussten Wahrnehmung begründet, der - durch die Evolution des Homo sapiens bedingt - in dem ‘Komplex’ Gehirn verortet ist. Der Nadelstich des Schneiders wird an der Stelle verortet, wo er aufgetreten ist und nicht im Gehirn, wo er als bewusste Wahrnehmung dem ‘Ich bin’ als Schmerz zum Ereignis und infolge dessen zur Erkenntnis gelangt. Ebenso ist es mit der bewussten Wahrnehmung des ‘Ich bin’, sie wird an ihrem Ursprung verortet.

    Die bewusste Wahrnehmung basiert auf dem Prozessgeschehen der Transformation des Homo sapiens, oder: Es ist das ‘Tun des Leibes’, das dem ‘Ich bin’ in Form von bewusster Wahrnehmung als Ereignis zur Erscheinung gelangt. Es ist eine Fokussierung des Leibes auf ein Tun eben dieses Leibes; es ist intentional.3 Oder auch: Die bewusste Wahrnehmung ist stets Wahrnehmung von ‘etwas’ und folglich niemals leer; sie ist Information, die sich als solche erkennt. Die Fokussierung auf ein ‘Tun’ des ‘Ich bin’ unterscheidet sich insofern von anderen Wechselwirkungen, als durch die bewusste Wahrnehmung einem Ereignis Priorität gegenüber anderen Transformationen eingeräumt wird. Die auf ein Tun fokussierte Aufmerksamkeit des Leibes verändert den ‘Pool an Möglichkeiten’ und infolge dessen den Informationsgehalt bzw. die Wahrscheinlichkeiten für sein zukünftiges Tun.

    Weitere Informationen zu dem Begriff des 'Ich bin' in Volker Schopf - 'Über den Kosmos' Band I und II.


    1 Plotin, Werke.

    2 Lebensfelder, L-Felder - Elektrodynamische Felder in Verbindung mit lebenden Organismen. Ihre Existenz wurde 1972 von Professor Harold Saxton Burr von der Yale-Universität postuliert. Burrs auf der Grundlage dreißigjähriger Forschung erstellte These beruht auf unstrittigen Beweisen dafür, dass es überall da, wo Leben ist, auch elektrische Felder gibt.

    Einige dieser Entdeckungen waren von praktischem Wert. Er fand heraus, dass es möglich war, den Zeitpunkt des Eisprungs bei Frauen genau zu erkennen: Die von den L-Feldern der Frauen aufgebaute Spannung stieg zu diesem Zeitpunkt drastisch an; auch konnten Messungen von L-Feldern helfen, bösartige Erkrankungen am Körper zu lokalisieren und die Heilungsgeschwindigkeit innerer Wunden nach Operationen festzustellen. Aufgrund der Messungen an Samen war es möglich, die Robustheit und Gesundheit der wachsenden Pflanzen vorherzusagen. Er entdeckte, dass bereits die Änderung eines einzigen Gens im Chromosomensatz tief greifende Veränderungen im Spannungsmuster der Samen hervorrief.

    Burr entwickelte Theorien aus seiner Beobachtung, die der Schulwissenschaft entgegenstanden. Er schlug vor, dass das moderne biologische Dogma einer chemischen Interpretation der Lebensprozesse die Wissenschaft daran gehindert hatte, die vorrangige Bedeutung des elektrischen Feldes zu erkennen. Das L-Feld ist nach Burr das Organisationsprinzip lebender Systeme.

    3 Der Begriff der Intentionalität bezeichnet das Vermögen des Bewusstseins, sich auf etwas zu beziehen (etwa auf reale oder nur vorgestellte Gegenstände, Eigenschaften oder Sachverhalte).

    Quelle

    Autor
    Volker Schopf

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