Blog-Artikel mit dem Tag „Homo sapiens“

    Über die Beschleunigung des Prozesses der Transformation


    Verehrter Tathagata, wenn ich eure Worte richtig wahrgenommen habe, so bewahrt der Kosmos jedes Tun, und dieser Aspekt seines Wesens ist verantwortlich für den Pfad seiner Evolution, der vom Einfachen zur Mannigfaltigkeit und zugleich vom Einfachen zum Komplexen führt. Diesen Aspekt nennen wir Gedächtnis und er wirkt auf zwei Weisen; er bewahrt das ihn Erzeugende oder Bedingende. Dies nennen wir Entität, Gedanke, Identität usw. und mit zunehmender Komplexität beschleunigt es den Kreislauf des Prozesses der Transformation. Was sagt ihr zu diesem Pfad des Kosmos, verehrter Tathagata?“

    „Das ist gut erkannt“, lobte Tathagata den Schüler. „Weshalb beschleunigt die Komplexität den Prozess der Transformation, beschreitet sie den Pfad der Entwicklung mit stets weiter ausholenden Schritten? Das Ich bin.

    Das Ich bin lebt im Jetzt und strebt ohne sein Zutun in die Zukunft, und weil dem so ist, sucht es, aus den Informationen des

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    Männer, die wirklich heldenhaft handeln, rühmen sich ihrer Verdienste nie. Feur brennt lautlos, und ohne Lärm scheint die Sonne.

    Aus der Mahabharata

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    Über den Sinn des Daseins

    „Verehrter Tathagata“, sprach ein junger, noch ungeduldiger Schüler, der erst seit wenigen Wochen unter ihnen weilte, „die Weisen sagen, dass es für den Menschen keine schlüssige Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens geben kann. Sie begründen ihre Worte mit dem Wesen des Kosmos, dessen Dualität, welche die Fähigkeiten der Erkenntnis des Menschen übersteigt. Entsprechen ihre Worte der Wahrheit?“, fragte der Schüler und setzte sich voller Erwartung, weil er endlich Aufklärung über die sein Herz aufwühlenden Worte erwartete.

    „Höret!“, antwortete Tathagata mit erhobener Stimme und fasste den jungen Schüler fest ins Auge, der sofort erbleichte und voller Demut den Kopf senkte. „Was lehrte ich euch? Einfach ist die Wahrheit und erst der Pfad der kosmischen Evolution erzeugte die Mannigfaltigkeit. Die Weisen“, sagte Tathagata gedehnt und blickte in den sich allmählich verdunkelnden Abendhimmel, „sprechen die Wahrheit, und doch sind ihre Worte wie

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    Wenn dein Geistvon Unglück ungetrübt bleibt, wenn du keine Lust mehr begehrst, wenn deine Gefühle gelassen sind und du frei von Angst und Zorn bist, dann erfährst du innere Stille.

    Aus der Bhagavadgita

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    „Wovon wird das ‘Ich bin’ vergiftet und mit Auflösung bedroht?“, fragte der Vater eines Schülers von der Sorge um das Wohlergehen seines Sohnes getrieben, der zufällig des Weges kam und dessen geweckte Neugier, ihn der Belehrung des Tathagata lauschen ließ.

    „Höret!“ sagte Tathagata. „Der Vogel baut sein Nest nach seiner Art. Weshalb handelt er so?“ Ohne auf eine Antwort zu warten fuhr er fort: „Weil die Größe des Nestes so gewählt ist, dass es ausreichend Platz für die Eier und sein Weibchen bietet. Mehr Raum würde das Nest auskühlen lassen und die erfolgreiche Bebrütung ebenso gefährden wie ein zu kleines Nest, das die Eier mit Zerstörung bedrohte. Das Nest bildet somit die goldene Mitte, und es tut dies, weil es auf diese Weise seinen Daseinszweck auf die bestmögliche Art erfüllt. Es drückt auf diese Weise das Wohlergehen, die Erhaltung der Art, aus, die ihm am Herzen liegt und aus diesem Grund ist ihr Tun sinnvoll, welches sie durch den Vogel bewirkt. Den Pfad des

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    „Verlässt das ‘Ich bin’ im Schlaf seinen Leib und kündet der Traum von dessen Erfahrungen oder ist er wie der Frühnebel über den Wiesen und Feldern oder der Rauch des Feuers ein sich schnell auflösendes Gespinst, dessen zufällige Strukturen dem ‘Ich bin’ als Folge von Bildern zur Erscheinung gelangen? Bitte, verehrter Tathagata, belehre mich hierüber“, sprach der Schüler zu Tathagata.

    „Setzt euch zu mir“, antwortete Tathagata freundlich und wies mit der Hand auf den Platz zu seiner Rechten. „Träume sind, wie das unentwegte Gemurmel von Gebirgsbächen, das leise Rascheln der Blätter im Abendwind oder der stete Strom der alltäglichen Geräusche, treue Gefährten des Leibes, und diese Anhänglichkeit wird ihnen zum Schicksal. Das Beständige sinkt leicht zum Gewöhnlichen herab, und wie die Einzigartigkeit der einzelnen Schneeflocke sich im dichten Gewand verliert, in das sie die Natur kleiden, so umhüllt der Leib das Gewöhnliche mit Unsichtbarkeit, damit es dem Ich bin nicht mehr zur

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    Es gibt ein Reich,

    wo nicht Erde noch Wasser ist,

    nicht Feuer noch Luft,

    nicht Raumunendlichkeit

    nicht Bewusstseinsunendlichkeit,

    noch Nichtsein,

    dort ist weder Wahrnehmung

    noch Nichtwahrnehmung,

    weder diese Welt noch jene Welt,

    weder Sonne noch Mond.

    Das nenne ich

    nicht Kommen, noch Gehen, noch Bleiben,

    weder Vergehen noch Entstehen.

    Ohne Grundlage, ohne Fortentwicklung,

    ohne Halt ist es:

    Dort ist des Leidens Ende.


    ( Buddha , Udana 8,1 )

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    Kali Yuga endlich, das finstere Zeitalter, hält sich lediglich auf fünfundzwanzig Prozent der vollen Kraft des Dharma. Nun triumphieren egoistische, verschlingende, blinde, ruchlose Kräfte und beherrschen die Gegenwart. Kali bedeutet das schlimmste von allem; auch 'Streit, Zank, Spaltung, Krieg, Schlacht'. Im Würfelspiel ist Kali der Verliererwurf. Während des Kali Yuga sind der Mensch und seine Welt in ihrem schlimmsten Zustand angelangt. Der moralische Niedergang wird an einer Stelle der Vishnu Purana wiedergegeben: "Wenn die Gesellschaft in einen Zustand gerät, wo Reichtum Rang verleiht, Besitz die einzige Quelle der Tugend wird, Leidenschaft das einzige Band zwischen Mann und Weib, Betrug die Grundlage des Erfolges im Leben, geschlechtliche Liebe der einzige Weg zur Freude und äußere Verwirrungen mit innerlichem Glauben zusammengeworfen werden ..." - dann sind wir im Kali Yuga, der Welt von heute.


    Heinrich Zimmer, Indische Mythen und Symbole, Diederichs Verlag 1972, S. 20f.


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    Nirvana oder das Wesen des Kosmos:

    Über das Nirvana kann man nicht sagen: 'Dies ist es' oder 'Dies ist es nicht'. Nirvana ist ohne Tod bzw. frei von allem Sterben und jeder Art Vergänglichkeit; es ist Frieden, oder frei von allen bedrückenden Störungen seiner friedlichen Stille, frei von allem Leid; sicher, oder frei von allen Bedrohungen der Sicherheit durch ein äußeres Nicht-Selbst, frei von aller inneren Selbstentfremdung.

    Nirvana das Todlose oder Unsterbliche wird nicht als Abstraktion verstanden, sondern als lebendige Realität, nicht als bloß subjektive Gemütsverfassung, sondern als etwas, das jeden individuellen Geist transzendiert. Ziel ist es, den Menschen aus seiner menschlichen Verfassung zu befreien, absolute Freiheit zu erringen, das Unbedingt (Wesen des Kosmos) zu erkennen. (Das Sanskritwort für Tod lauten mãra). Solange wir an etwas festhalten, müssen wir besorgt und unruhig bleiben.

    Nirvana ist der Kosmos, der Prozess der Schöpfung vom Fundamas bis zu dessen Ende, dem

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    Die erste, uranfängliche Ursache,werden wir nie ergründen.Stets werden wir nacheinem tieferen Grund, bzw.einer Ursache für diese Entwicklung/Theorie suchen, imGegensatz zu den Religionen,die Gott setzen und diesennicht weiter hinterfragen.So bleibt es dabei: Im Anfang war der Kosmos.

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    Gedanken eines Suchenden 1:

    Die Weisen sagen: Jedes Handeln aus dem Ego heraus ist nutzlos. Und: Die Wirkung eines egozentrischen Handelns ist Leid.
    Die Weisen sollten sagen: Jedes Handeln aus dem ‘vermeintlichen’ Ego entspringt der Erhaltung des Leibes; es ist nicht nutzlos. Und: Die Wirkung eines egozentrischen Handelns verursacht nur dann Leid, wenn es das Andere in seiner Individualität nicht achtet.
    Das Ego des Leibes ist analog der Leber oder des Herzens ein Organ des Leibes, das ihm zur Erhaltung seines Daseins dient. Wie könnte es also nutzlos sein bzw. Leid verursachen? Ohne Ego, wäre sowohl der individuelle Leib als auch die Spezies Homo sapiens längst der in zunehmendem Maße sich beschleunigten Außenwelt zum Opfer gefallen. Nur seinem Ego, der Kategorie des ‘Ich bin’, diesem besonderen Organ, verdankt er sein Überleben.

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    „Verlässt das ‘Ich bin’ im Schlaf seinen Leib und kündet der Traum von dessen Erfahrungen oder ist er wie der Frühnebel über den Wiesen und Feldern oder der Rauch des Feuers ein sich schnell auflösendes Gespinst, dessen zufällige Strukturen dem ‘Ich bin’ als Folge von Bildern zur Erscheinung gelangen? Bitte, verehrter Tathagata, belehre mich hierüber“, sprach der Schüler zu Tathagata.

    „Setzt euch zu mir“, antwortete Tathagata freundlich und wies mit der Hand auf den Platz zu seiner Rechten. „Träume sind, wie das unentwegte Gemurmel von Gebirgsbächen, das leise Rascheln der Blätter im Abendwind oder der stete Strom der alltäglichen Geräusche, treue Gefährten des Leibes, und diese Anhänglichkeit wird ihnen zum Schicksal. Das Beständige sinkt leicht zum Gewöhnlichen herab, und wie die Einzigartigkeit der einzelnen Schneeflocke sich im dichten Gewand verliert, in das sie die Natur kleiden, so umhüllt der Leib das Gewöhnliche mit Unsichtbarkeit, damit es dem Ich bin nicht mehr zur

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    Der Schlaf umfasst also alle Züge des Numinosen; er kann Furcht einflößen, aber auch erhabene Gefühle vermitteln. Er ist ein Mysterium und vielleicht der Urzustand des Lebens.

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    Auszug aus dem Sachbuch 'Über das Wesen des Kosmos'.


    ‘Die Vernunft wird durch einen Hang ihrer Natur getrieben, über den Erfahrungsgebrauch hinaus zu gehen, sich in einem reinen Gebrauche und vermittelst bloßer Ideen zu den äußersten Grenzen aller Erkenntnis hinaus zu wagen und nur allererst in der Vollendung ihres Kreises, in einem für sich bestehenden systematischen Ganzen, Ruhe zu finden.’

    Das schrieb Immanuel Kant in seiner Schrift ‘Kritik der reinen Vernunft’, und bringt mit dieser Erkenntnis die Eigenschaft der Vernunft zum Ausdruck, der wir unsere schönsten und bedeutendsten Schriftzeugnisse verdanken. Erinnern wir uns nur der vielfältigen Schöpfungsmythen, deren mündliche Überlieferung vor Tausenden von Jahren erstmals in Keilschrift auf Tontafeln niedergeschrieben wurden. Ihre schöpferische Kraft fand Eingang in die Verkündungen der Propheten, der Philosophie der Antike, und spannt von dort ihren Bogen bis in die Neuzeit, zu den modernen Theorien der Kosmologie,

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