Leja 1.0.0

Märchen aus der Zeit der großen Wanderungen.

Leja seufzte tief und lang anhaltend. „Ach könnte ich doch zu jenem geheimnisvollen Ortgehen, an dem die Sonne aufgeht“, flüsterte sie wehmütig und schloss das Fenster. Siekleidete sich für die Schule an und weil es noch ein wenig Zeit bis zum Frühstück war,kauerte sie sich auf dem Fenstersims zusammen und blickte über die bunten Dächer derNachbarhäuser hinweg, vorbei an dem Getreideturm mit seiner windschiefen Spitze, der amRande des Dorfes Wind und Wetter trotzte. Schon seit Leja denken konnte, überfiel siezuweilen diese sonderbare Sehnsucht. Wenn sie beim Vater hinten auf dem Ochsenkarrenmitfahren durfte und am Wegesrand die alte Scheune vom knurrenden Waldbauernauftauchte, dann wünschte sich Leja dort mit aller Macht hin, ohne selbst den Grund dafür zukennen.

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