Bauchgefühl Teil V: Praktische Anleitung Teil IV

  • In der heutigen, vierten Folge von ‘Erfolgreich sein, mit Hilfe des Bauchgefühls’ werde ich mich mit dem Glauben in Bezug auf das ‘Höhere Selbst’ des Ich bin und das ihn Umfassende, das ‘Seinsfeld’, beschäftigen.

    ‘Jesus antwortete ihnen: »Ich versichere euch: Wenn ihr Vertrauen zu Gott habt und nicht zweifelt, könnt ihr nicht nur tun, was ich mit diesem Feigenbaum getan habe. Ihr könnt dann sogar zu diesem Berg sagen: 'Auf, stürze dich ins Meer!', und es wird geschehen (Math. 21).’

    Der Glaube versetzt Berge, sagt Jesus, und es ist dieser ‘bedingungslose Glaube, der den Leib und damit das Ich bin in Lage versetzt, jene Wunderheilungen zu vollbringen, denen Ärzte in der gesamten Welt sprachlos gegenüberstehen. Derselbe Glaube lässt den Homo sapiens ausweglos erscheinende Situationen überstehen und er ist auch für den sogenannten Placeboeffekt verantwortlich. Abschließend ein Beispiel aus der Medizin: Patienten eines Krankenhauses wurden nach ihrer Operation in zwei Gruppen eingeteilt. Angehörige der dort ansässigen Kirchengemeinde erhielten Fotografien der Patienten aus Gruppe A und beteten mehrmals täglich für sie und baten Gott um eine schnelle Genesung, während die Rekonvaleszenten der Gruppe B sich selbst überlassen blieben. Es zeigte sich, dass Gruppe A - gegenüber Gruppe B - deutlich schneller sich von den Folgen der Krankheit und dem operativen Eingriff erholte.

    Im Volksmund heißt es: Glauben heißt, nicht wissen. Mit anderen Worten: Die Kräfte, welcher der Glaube im Homo sapiens aktivieren kann, sind mit den Methoden der Wissenschaft nicht beweisbar. Zudem sind Wunderheilungen nicht beliebig im Labor und unter kontrollierten Bedingungen reduzierbar; eine Voraussetzung für deren wissenschaftliche Anerkennung.

    Ein weiterer Punkt, der in diesem Zusammenhang zumindest kurz behandelt werden muss, beschäftigt sich mit der Flut an Ratgebern, die sämtlich Hilfe in nahezu allen Lebensbereichen versprechen, teilweise in nur wenigen Tagen. Dazu lässt sich sagen: Lesen sie den Ratgeber, dessen Methode ihnen zusagt, der ihr Vertrauen weckt und ihnen deshalb - mehr oder weniger - den gewünschten Erfolg beschert. Doch worauf gründet die positive Wirkung? Sie ahnen es bereits, auf ihrem Vertrauen in die Methode und - noch entscheidender - ihrem aktiven Tun an sich selbst bzw. ihrem Leib oder ihrer psychischen Einstellung. Denselben ‘Heilungs’-Effekt erzielen sie mit der Konsultation eines Arztes, Heilpraktikers oder Schamanen, solange sie ihnen und deren individuellen Behandlungsmethoden, ihr Vertrauen schenken. Analog dem Ratgeber, dessen Autor ihnen indirekt zugehört hat, wie seine Veröffentlichung beweist, nimmt sich der Arzt, Heilpraktiker usw. sich ihres Leidens an, verschreibt, z. B. bei Schmerzen im Kniegelenk, eine Salbe, die sie mehrmals täglich auftragen und einmassieren müssen. Wie sie sehen, wirken hier dieselben Mechanismen: Vertrauen und das aktive Tun.

    Das Vertrauen ist meiner Meinung nach die schwache Form des Glaubens, weil in ihm, im Gegensatz zum Glauben, dessen bedingungsloser Überzeugung an die Wahrheit oder Richtigkeit des von ihm Verehrten, unterschwellig eine gute Portion Hoffnung mitschwingt. Wer hofft, ist nicht vollständig überzeugt oder anders formuliert: Er glaubt nicht so recht an den Erfolg der Methode, aber er verspricht sich etwas von ihr, bzw. lässt sich einfach mal überraschen, nach dem Motto: ‘Schaden kann es ja auch nicht.’

    Aus dem bisher Gesagten lässt sich folgendes Fazit ziehen: nicht woran sie Glauben ist für ihre Heilung, ihren Erfolg etc. von Bedeutung, sondern dass sie glauben. Ob an Gott, Allah, Buddha, das Tao usw. ist - nach meinen eigenen, zahlreichen Erfahrungen - von untergeordneter Wichtigkeit; sie sind sämtlich Katalysatoren, die ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten aktivieren. Ich will damit nicht die Existenz von Gott, Buddha etc. infrage stellen, im Gegenteil! Ich will damit lediglich zum Ausdruck bringen, dass in Bezug auf Heilung und Erfolg, der bedingungslose Glaube an sich selbst, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten, dieselben Wirkungen entfalten wie der Glaube an die zuvor Genannten.

    Das größte Manko des Ich bin in der heutigen Zeit, ist sein verkümmertes Selbstvertrauen; ein Phänomen, dessen Darlegung der Ursachen, den Rahmen dieser Folge sprengen würde. Interessant und für mich absolut unverständlich, ist, wie bereits gesagt, das oft blinde Vertrauen in die Ratschläge und Methoden der, zumeist werbewirksam in Szene gesetzten, Vertreter einer Zunft, die ganz bewusst und ebenso gezielt wie moderne Fernlenkwaffen, diese Schwäche des Ich bin ausnutzen und ihm, in zumeist sehr allgemeiner, oberflächlicher Art und Weise, Hilfe bei dessen jeweiligen Problemen suggerieren.

    Noch einmal: Nicht der Ratgeber, die von ihrem Autor vermittelte Methode, bringt die erhoffte Heilung, die Lösung der Probleme oder den gewünschten Erfolg, sondern ihr Glaube an das Vermittelte und ihr Tun an sich selbst, bei dessen Umsetzung. Sagen sie sich stattdessen: Nicht die Methoden A, B oder C sind für meine Genesung, Erfolg verantwortlich - ich selbst bin es. Womit sich der Kreislauf schließt und sie beginnen, ihrem ‘Höheren Selbst’ nicht nur zuzuhören und den von ihm vermittelten Gefühlen und Gedanken mit gemischten Gefühlen zu vertrauen, sondern ihm in blindem Glauben folgen.

    Ihr ‘Höheres Selbst’ wiederum ist - analog des Ich bin -, Teil des die Spezies des Homo sapiens Umfassenden, das ich als ‘Seinsfeld’ bezeichne und der in erweiterter Form dem Informationsgehalt des Leibes bzw. dem des ‘Höheren Selbst’ gleicht. Indem das Ich bin über sein ‘Höheres Selbst’ mit dem ‘Seinsfeld’ verknüpft ist, transformiert es dieses mit seinem Tun und wird von ihm transformiert. Der Prozess ist vergleichbar mit bewusst erinnerbarem Wissen des Ich bin und dessen unbewusstem Bereich an gespeicherten Informationen, die sein Tun beeinflussen, ja bestimmen.

    Wenn sie jetzt bereits an die Kraft ihres Leibes glauben, dessen Macht, sich selbst zu heilen oder sie auf den Pfad des Erfolges zu führen, dann stellt der Glaube an das ‘Seinsfeld’, das Umfassende des Homo sapiens, nur einen kleinen, weiteren Schritt in ihrer bewussten Entwicklung hin zu mehr Gesundheit und Erfolg dar. Denn ohne ihr bewusstes Wissen, haben sie - indem sie sich in gutem Glauben ihrem Leib anvertrauten - bereits für die positiven Einflüsse des ‘Seinsfeldes’ geöffnet. In diesem Stadium ihrer ‘spirituellen’ Entwicklung, legen sie ihr Schicksal zu einem guten Teil in die Hände des ‘Seinsfeldes’ und im Gegensatz zu früher, blockieren sie dessen positiven Energien und Einflüsse nicht mehr, sondern lassen es bewusst zu, das gleichsam eine ‘Höhere Instanz’ den richtigen Pfad für sie wählt.

    Mit welchem Wort sie diese ‘Höhere Instanz’ bezeichnen, bleibt ihrem individuellen Glauben überlassen. Von Bedeutung ist nur, dass sie deren Existenz nicht länger verleugnen oder ignorieren, sondern anerkennen, sich ihr öffnen oder mit anderen Worten: ihr Tun, welches ihnen wie zuvor beim ‘Höheren Selbst’ als Intuition oder den erlebten Erfolg in Bezug auf ihre Gesundheit, Zufriedenheit über ihr Dasein und den angestrebten Erfolg, sowohl im Privatleben als auch im Beruf, ins Bewusstsein tritt.

    Vergessen sie nicht! Selbst wenn es ihnen schwer fällt, sich bis zu einem gewissen Grad auf unbekanntes Terrain zu begeben, sich in die Hände einer nicht unmittelbar wahrnehmbare Realität zu überantworten, so erinnern sie sich des Placebo Effektes. Sie können darüber lächeln, verständnislos den Kopf schütteln und die Studien darüber als blanken Unsinn betrachten, die Tablette gegen Kopfschmerzen, die sie vielleicht am Morgen gegen ihren Kater einnehmen, wird ihnen helfen, selbst wenn sich in ihr durch Zufall kein Wirkstoff befinden sollte. Ihr Glaube, das die Tablette ihren Kopfschmerz vertreibt oder ihnen zumindest Linderung verschafft, genügt, damit sich der gewünschte Erfolg einstellt. So viel zum Glauben bzw. Nicht-Glauben.

    Damit sind wir wieder am Ende einer weiteren Folge von ‘Erfolgreich sein - mit Hilfe des Bauchgefühls’ angelangt und ich verabschiede mich bis zum nächsten Mal, wenn es um die Beschleunigung unseres Alltags geht, ein Übel, das direkt mit unserer Intuition verknüpft ist.

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