Bauchgefühl Teil III: Praktische Anleitung Teil II

  • Heute werden wir uns mit dem ‘Höheren Selbst’, also dem Informationsgehalt beschäftigen, den ich dem Leib zuordne und der für das Ich bin ein verborgenes Wissen darstellt.

    Im Gegensatz zu den gängigen Meinungen, die das ‘Höhere Selbst’ in Gott oder jenseits der physischen Welt verorten, betrachte ich das ‘Höhere Selbst’ als den Informationsgehalt des Leibes. Wie bereits im ersten Teil angesprochen, gründet das Wissen unserer Intuition, unseres Bauchgefühls, auf diesen Informationen, die dem Ich bin bzw. dessen bewusster Wahrnehmung, nur in sehr eingeschränkter Weise zur Verfügung stehen. Dieses verborgene Wissen, das sowohl Daten über uns selbst als auch über andere Menschen, Dinge usw. umfasst, spricht nicht nur über unsere Intuition zu uns, sondern auch durch unser unbewusstes Tun (Träume, Zeichnungen, die wir beim Telefonieren kritzeln etc.). Um unser Leben, beruflich wie privat, erfolgreich, d. h. im Einklang mit uns selbst, zu gestalten, müssen wir auf diese Zeichen unseres Leibes achten und je intensiver wir dies tun, desto mehr wird der Leib uns von diesem verborgenen Wissen preisgeben.

    Erinnern wir uns des Beispiels mit dem Schwamm. Konzentrieren sie sich in entscheidenden Situationen (diese Handlungsweise sollte uns ebenso in Fleisch und Blut übergehen, wie unsere täglichen Verrichtungen) z. B. in Seminaren, wichtigen Besprechungen etc. auf das Wesentliche, also die im Vordergrund stehenden Fakten und blenden sie bewusst Nebensächlichkeiten aus, sofern sie nicht als spontane Wahrnehmung in ihren Fokus gelangt, ihr Leib sie gezielt darauf aufmerksam machen will.

    Noch einmal zur Erinnerung: Die für unseren Leib wichtigen Wahrnehmungen verknüpft er auf besondere Weise mit dem Ich bin d. h.: sie treten als bewusste Wahrnehmung in Erscheinung und sind somit grundsätzlich erinnerbar. Der berühmte enge Flaschenhals des Bewusstseins bedingt zwangsläufig eine Vorauswahl des Leibes und deshalb werden evolutionsbedingt nur solche Fakten, Handlungen und Erfahrungen in die bewusste Wahrnehmung des Ich bin übernommen, die dessen Überleben gewährleisten können. Daran hat sich bis heute nur wenig geändert und deshalb ist das verborgene Wissen des Leibes von entscheidender Bedeutung, wenn wir erfolgreich sein wollen, weil das Ich bin über ein ‘mehr’ an Wissen verfügen und somit den Anderen einen Schritt voraus ist.

    Konzentrieren sie sich auf die Wahrnehmungen, die ihnen bewusst zur Erscheinung gelangen; nicht mehr und nicht weniger. Entscheiden sie - wenn dies in ihrer Situation möglich ist - nicht sofort; schlafen sie, wie der Volksmund empfiehlt, eine Nacht darüber. Lassen sie das Seminar, Gespräch etc. in Gedanken Revue passieren und achten sie dabei auf ihren Leib. Was sagt ihre Intuition? Verspüren sie ein ungutes Gefühl (Kribbeln) in der Magengegend? Erinnern sie sich - jetzt bewusst - an eine Geste, einen Gesichtsausdruck oder eine Äußerung? Rufen diese Bilder, Gefühle weitere Assoziationen in ihnen hervor? Wenn ja, dann behalten sie die betreffende Wahrnehmung im Fokus ihrer Aufmerksamkeit und signalisieren damit ihrem Leib, dass sie über diesen Punkt mehr Aufklärung wollen. Mit anderen Worten: Überlassen sie ihrem Leib die (Vor)Entscheidung und greifen sie erst dann aktiv in den Entscheidungsprozess (bei Seminaren in das vermittelte Wissen) ein, wenn ihnen ihr Leib seine Entscheidung bewusst werden lässt. Diese Entscheidung oder individuelle Meinung, zu der z. B. auch in Seminaren behandelte Theorien gehören, treten nicht als kategorische ‘Ja’ oder ‘Nein’ bzw. ‘Richtig’ oder ‘Falsch’ Aussagen in ihre bewusste Wahrnehmung, sondern wird stets mit den entsprechenden Begründungen versehen. Lauschen sie ihrem Leib und sie bzw. ihr Ich bin wird verstehen, weshalb ihr Leib, ihr ‘Höheres Selbst’ zu dieser Ansicht gelangt ist. Vertrauen sie darauf! Intervenieren sie nur, wenn, wie der Volksmund sagt: Sie gute Miene zum bösen Spiel machen müssen. Beschränken sie derartige Vorgehensweisen allerdings auf ein Minimum, denn ein Tun gegen den Leib, ist ein Tun gegen dieses individuelle Ich bin und dem Gesamtzustand der Gesundheit nicht zuträglich.

    Denken sie an den Schwamm! Betrachten sie aufmerksam die Bilder, Worte, Gesten etc., die ihnen als bewusste Wahrnehmung zur Erscheinung gelangen. Achten sie im Nachfolgenden auf spontane Assoziationen wie Bilder, Gedanken, Gefühle und deren spezielle Verknüpfung mit dem aktualen Geschehen. Handeln sie nicht überstürzt oder anders gesagt: Lassen sie ihrem Leib die Zeit, die er benötigt, um zu einem guten, erfolgreichen Ergebnis, Tun, zu gelangen. Überprüfen sie dessen Entscheidungsfindung und intervenieren sie nur, wenn es unumgänglich ist. Vertrauen sie ihrem ‘Höheren Selbst’, denn niemand ist besorgter um ihr Wohlergehen, sowohl in physischer als auch psychischer Weise, wie ihr ‘Höheres Selbst’, der Leib in den ihr Ich bin eingebettet ist.

    Je öfter sie diese Vorgehensweise praktizieren, desto mehr integrieren sie aus dem Pool an verborgenem Wissen in den ihnen bewusst zugänglichen Informationsgehalt und fördern somit auf der einen Seite ihr Verständnis für das Tun ihres Leibes und auf der anderen Seite beschleunigen sie den Prozess der intuitiven Wahrnehmung. Gleichzeitig wächst ihr Vertrauen in ihr ‘Höheres Selbst’, bis sie seinem Tun blind folgen, weil sie bzw. ihr Ich bin mehr und mehr zu einer umfassenden, sich selbst bewussten individuellen Einheit zusammenwachsen.

    Im dritten Teil der praktischen Anwendung werde ich anhand konkreter Beispiele die hier kurz skizzierte Thematik und somit ihr Verständnis für sich selbst und ihren Leib vertiefen. Hierzu gehört auch die Aktivierung der Selbstheilungskräfte bzw. die Vermeidung von Erkrankungen, indem sie - ihr Ich bin - im Einklang mit ihrem Leib ihr Leben gesund und erfolgreich gestalten.

    Im nächsten Schritt ihrer Entwicklung wird die Integration des Informationsgehaltes des Homo sapiens, den ich als Seinsfeld bezeichne, stehen, der bis zu einem gewissen Grad jedem Interessierten zugänglich ist.

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