Intuition (Bauchgefühl)

  • Bauchgefühl Teil I


    Die bewusste Wahrnehmung des Ich bin ist ein ‘Spätes’ in der Evolution des Kosmos. Es bedarf, um überhaupt in Erscheinung zu treten, einer hochkomplexen Struktur wie z. B. des Zentralnervensystems, kurz ZNS, des Homo sapiens. „Der Leib ist unser Mittel überhaupt, eine Welt zu haben“1. Diese Erkenntnis von Merleau-Ponty2 weist das Ich bin auf die Grundlage der bewussten Wahrnehmung hin, den Leib. Der Homo sapiens ist evolutionsgeschichtlich zuerst Leib. Und als Leib-Wesen ist er in seiner Wahrnehmung an das Leibliche bzw. physikalisch Reale gebunden. Somit bleibt ihm, zumindest im jetzigen Stadium seiner Entwicklung, die Einheit des Kosmos verborgen; er besitzt wahrnehmungspsychologisch betrachtet einen ‘begrenzten Gesichtskreis’. Ihm liegt damit ein verborgenes Wissen zugrunde, das bedeutsam und unbewusst ist. „Es denkt in mir3. So drückt es Merleau-Ponty aus und fügt hinzu:

    „Wollte ich infolgedessen die Wahrnehmungserfahrung in aller Strenge zum Ausdruck bringen, so müßte ich sagen, daß man in mir wahrnimmt, nicht, daß ich wahrnehme“4.

    Mit anderen Worten: Der Homo sapiens ist eine Entität, der das Tun des Leibes mit einem Symbol (Begriff, Sprache) zu der umfassenden Einheit des Ich bin transformiert.


    Die verschiedenen Arten des Gedächtnisses sind evolutionär bedingt und führen von der einfachen Berührungswahrnehmung des Einzellers, die eine Richtungsänderung bewirkt, über das instinktive Verhalten der Tiere, basierend auf erlernten Programmen und Verhaltensweisen wie z. B.: Nestbau, Jagdverhalten etc., bis zu der bewussten Wahrnehmung des Homo sapiens. Stets jedoch werden Informationen der Außenwelt mit Informationen der Innenwelt, des Informationsgehaltes, über den Prozess der Wechselwirkung zu einer umfassenden Einheit transformiert, welches dann als Ereignis in der Realität zur Erscheinung kommt.

    Dazu Merleau-Ponty:

    „Der Raum ist das Unbewusste des Leibes ebenso wie der Leib das Unbewusste des Denkens ist“5.

    Und an anderer Stelle.

    Es ist der Leib, der schweigend hinter meinen Worten und Handlungen steht“6.

    Der Leib ist vor der bewussten Wahrnehmung des Homo sapiens, die ihm als Denken bzw. Sprache zur Erscheinung gelangt und für jedes ‘ich denke’ existiert zugleich ein verborgenes, nicht-thetisches Wissen des Leibes. Und wenn Merleau-Ponty von dem ‘anonymen Wissen des Leibes’ spricht, dann meint er den Informationsgehalt des Homo sapiens.

    Die Struktur des Seienden wird von diesem Informationsgehalt geformt; es ist in der Begrifflichkeit der Physik ‘physikalische Information’. Das Seiende ist Ausdruck der Evolution, des Prozesses der Transformation. In welcher Weise das Seiende transformiert wird, ist von der durch den Träger von Information vermittelten Information und dem Informationsgehalt des individuellen Seienden abhängig.


    Das individuelle Ich bin basiert auf der ‘Ich-bin-Kategorie’, in der sämtliche Erkenntnisse abgespeichert werden, bei denen ein raumzeitliches Muster des Leibes mit einem Symbol zur Einheit des Ich bin transformiert wurde. Bewirkt wird der Prozess durch die Fokussierung des Leibes auf ein für ihn bedeutsames raumzeitliches Muster. Die Auswahl geschieht für das Ich bin unbewusst und ist nur bedingt, durch weitere Fokussierungen, und in Einzelfällen möglich bzw. zugänglich. Das Tun des Leibes, bleibt dem Ich bin zum Großteil verborgen. So wird z. B. die Homöostase des Leibes ebenso ohne bewusste Wahrnehmung des Ich bin aufrechterhalten wie zahlreiche Handlungen des täglichen Lebens, die es ‘unbewusst’, der Erkenntnis entrückt, ausführt. Dies besagt: ‘Bewusstsein ist ein unbewusster Akt’7.


    Der Informationsgehalt des ‘Leibes ist folglich - die Erkenntnis ist nicht neu - wesentlich umfassender als der ‘Inselbereich’ der ‘Ich-bin-Kategorie’. Er bedingt das Tun des Ich bin sowohl in der Innenwelt als auch in der Außenwelt, indem er mit dem Anderen interagiert, oder über Wechselwirkungen, den Austausch von Informationen, das Andere zu umfassenden Einheiten transformiert bzw. von ihm transformiert wird. Dieser Prozess steuert die Evolution des Kosmos und damit der Spezies Homo sapiens, vom Ursprung, dem Fundamas, über den Grundbaustein (String, Brane etc.) des Kosmos, der Urzelle des Lebens, bis zum Ich bin und der ihn umfassenden Einheit des Seinsfeldes.


    Die Intuition des Ich bin gründet auf diesem umfassenden Informationsgehalt des Leibes und deshalb sind die von der Intuition in der bewussten Wahrnehmung aufscheinenden Gedanken, Gefühle, Ahnungen etc. fundierter als jede von dem Ich bin angestrengte Überlegung in Bezug auf ein Problem, eine Entscheidung. Wir müssen nur lernen, unserer Intuition - Bauchgefühl - zu vertrauen und unser Tun entsprechend der uns beherrschenden Gefühle, Gedanken etc. zu modifizieren.

    Wie lernen wir, unserer Intuition zu vertrauen? Hierüber spreche ich im zweiten Teil von ‘Intuition und Bauchgefühl’.




    Bauchgefühl Teil II: Praktische Anleitung Teil I


    Wie ich im ersten Teil bereits ausgeführt habe, umfasst der Informationsgehalt des Leibes wesentlich mehr Informationen als dem Ich bin ‘bewusst’ zur Verfügung stehen.

    Es ist allseits bekannt, dass unsere Sinne wesentlich mehr Informationen wahrnehmen, als unser Ich bin bewusst zur Kenntnis erhält. Zahllose Filter sortieren die für uns unbedeutenden Informationen aus, weil sie - aus Sicht des Leibes - für die aktuale Situation nicht erforderlich sind bzw. für das notwendige Tun keine weiteren Informationen zur Verfügung gestellt werden müssen.

    Zudem verfügt der Informationsgehalt des Leibes über Informationen aus dem kollektiven Gedächtnis des Homo sapiens. Dabei handelt es sich um Erfahrungen - Wissen - usw., die unser Ich bin vor z. B. Gefahren schützen.

    Zu dem bisher Gesagten ein kurzes Beispiel: Wenn wir uns in Gesellschaft befinden, unseren Blick über die Anwesenden schweifen lassen, dabei den einen oder anderen näher betrachten oder uns an einem Gespräch beteiligen, dann nehmen unserer Sinne wesentlich mehr Informationen auf, als uns, dem Ich bin, zur Verfügung gestellt werden. Das heißt: Wir sind im Besitz von Gesten, Sprachschemata, der Mimik während des Sprechens usw. die uns nicht bewusst zugänglich sind. Sitzen wir jetzt bei einem Vortrag, bei dem uns von einem seriös wirkenden Mitarbeiter eines Institutes verschiedene Anlagemöglichkeiten für unser Geld vorgestellt werden, so wird - sofern wir darauf hören - unser Bauchgefühl mit Sicherheit Informationen liefern, ob wir dem Vortragenden vertrauen oder misstrauen sollen. Die Informationen, die zu dieser intuitiven bewussten Wahrnehmung beitrugen, stammen aus dem Informationsgehalt des Leibes. In diesem ist z. B. eine Geste, die Wahl der Worte oder eine andere Art der körperlichen Mitteilung (Ausstrahlung) abgespeichert, die wir - ohne das wir uns bewusst daran erinnern können, mit einem windigen Vertreter, einem Betrüger usw. verbinden. Unser Bauchgefühl warnt uns folglich, indem wir ein ungutes Gefühl in der Bauchgegend empfinden.

    Ebenso kann uns plötzlich ein bestimmter Gedanke in den Sinn kommen, die Äußerung eines Bekannten oder das Bild eines Mannes, der dieselbe Gestik, Wortwahl, etc. verwendete und sich als windiger Geschäftemacher herausstellte.


    Was können wir tun, um dieses Wissen gezielt nutzen und einsetzen zu können?

    Dazu ein kurzer Ausflug in die Frühzeit der chinesischen Geschichte. Hier liegt der Ursprung des Begriffes ‘Wu Wei’, der besagt: - Handle nicht – und doch bleibt nichts ungetan. Mit anderen Worten und in Bezug auf unser Beispiel: Aufmerksam zuhören und weder über die vorgestellten Möglichkeiten der Geldanlagen noch über den Vertreter des Institutes selbst ‘bewusst’ nachdenken. Einfach wahrnehmen, das Wahrgenommene wirken lassen und auf die Antwort bzw. Einschätzung des Leibes warten. Unser Leib ist in Bezug auf die Informationen, die er von den Sinnen erhält, wie ein trockener Schwamm. Er saugt sie auf, bis er vollgesogen ist und dann, beginnt er zu tropfen. Diese Tropfen bzw. diese Informationen, die uns, also dem Ich bin, spontan in Form eines unguten Gefühls etc. in die bewusste Wahrnehmung treten, sind für die aktuale Situation von Bedeutung und nur mit diesen Informationen sollten wir uns ‘bewusst’ beschäftigen.

    In diesem Zusammenhang fällt oft eine Szene aus Matrix ein, in der es heißt: Nicht denken, tun.


    Die Schwierigkeit, die einer sinnvollen, produktiven Zusammenarbeit mit unserem umfassenden Informationsgehalt des Leibes entgegensteht, ist - um nur ein Schlagwort herauszugreifen - die Modeerscheinung, jedes Tun bewusst zu tun. Lebe im Jetzt und handle stets bewusst oder anders ausgedrückt: Womit Du dich auch beschäftigst, tue es mit all deinen Sinnen usw. und so fort. Hier liegt - wie der Volksmund so treffend sagt, der Hund begraben. Die Evolution brachte die bewusste Wahrnehmung des Ich bin, dessen Reflexionsfähigkeit in Bezug auf sein Tun, nicht hervor, damit es jede Wahrnehmung seziert, sondern um es in einer sich beständig beschleunigenden Umwelt im Dasein zu erhalten. Das heißt: Die für das individuelle Ich bin notwendigen Erfordernisse in Bezug auf das tägliche Leben lernen - z. B. Autofahren -, um eben diese wiederkehrenden Handlungen unbewusst absolvieren zu können, damit die begrenzte Kapazität der bewussten Wahrnehmung des Ich bin entlastet und dringenden bzw. unsere Aufmerksamkeit fordernden Handlungen ohne Zeitverzögerung zur Verfügung steht.

    Die Kurzformel könnte folglich lauten: Aufmerksam mit allen Sinnen wahrnehmen, den Leib die Vorarbeit in Bezug auf die erhaltenen Informationen durchführen lassen, und erst wenn dessen Einschätzung vorliegt, diese bewusst in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen. Wer hingegen seinem Bauchgefühl blind vertraut, der folgt dieser Entscheidung, wie ein Blinder seinem ihn sicher führenden Hund.


    An dieser Stelle ein weiterer kurzer Ausflug; dieses Mal zu der Flut der sogenannten Ratgeber.

    Das Ich bin sammelt mit seinen Sinnen Erfahrungen, die ihm helfen sollen, sein Leben so gut, so erfolgreich, so zufrieden als möglich zu gestalten. Gelingt ihm dies nicht in dem von ihm selbst erhofften oder gewünschten Maß bzw. ist es der Meinung, dass ihm in diesem Leben etwas Existenzielles fehlt, so folgt zumeist der Griff zu dem entsprechenden Ratgeber, Kurs etc. In der Regel handelt es sich diesbezüglich um zeitgemäße, also mit aktualen Schlagworten operierende, und zudem von bekannten, derzeit in aller Munde sich befindenden, Persönlichkeiten, die dem Suchenden ihre Handlungsanweisungen aufzeigen, mit denen sie das Gewünschte erreicht haben.

    Dazu ist nur wenig zu sagen: Erstens sind Ratgeber so allgemein als möglich angelegt, damit sich möglichst jeder Leser angesprochen fühlt und somit hohe Verkaufszahlen erzielt werden.

    Zweitens sollten Ratgeber, Kursleiter etc. nie mehr sein, als eine weitere neue, unseren Informationsgehalt bereichernde Erfahrung.

    Daraus folgt: Je umfassender dieser Informationsgehalt des Leibes ist, desto erfolgreicher sind die Informationen, die er dem bewussten Ich bin über das Bauchgefühl zur Verfügung stellt, für dessen Tun im Leben.


    Mit diesem kurzen Zwischenfazit beende ich den ersten Praxis-Teil. Im folgenden zweiten Teil, werde ich ihnen Methoden bzw. Übungen vorstellen, mit denen Sie mehr über den Informationsgehalt ihres Leibes, ihr ‘Höheres Selbst’ erfahren, um dieses Wissen ihrem Ich bin bewusst zur Erscheinung zu bringen, und es somit erfolgreich anwenden zu können.





    Bauchgefühl Teil III: Praktische Anleitung Teil II


    Heute werden wir uns mit dem ‘Höheren Selbst’, also dem Informationsgehalt beschäftigen, den ich dem Leib zuordne und der für das Ich bin ein verborgenes Wissen darstellt.

    Im Gegensatz zu den gängigen Meinungen, die das ‘Höhere Selbst’ in Gott oder jenseits der physischen Welt verorten, betrachte ich das ‘Höhere Selbst’ als den Informationsgehalt des Leibes. Wie bereits im ersten Teil angesprochen, gründet das Wissen unserer Intuition, unseres Bauchgefühls, auf diesen Informationen, die dem Ich bin bzw. dessen bewusster Wahrnehmung, nur in sehr eingeschränkter Weise zur Verfügung stehen. Dieses verborgene Wissen, das sowohl Daten über uns selbst als auch über andere Menschen, Dinge usw. umfasst, spricht nicht nur über unsere Intuition zu uns, sondern auch durch unser unbewusstes Tun (Träume, Zeichnungen, die wir beim Telefonieren kritzeln etc.). Um unser Leben, beruflich wie privat, erfolgreich, d. h. im Einklang mit uns selbst, zu gestalten, müssen wir auf diese Zeichen unseres Leibes achten und je intensiver wir dies tun, desto mehr wird der Leib uns von diesem verborgenen Wissen preisgeben.

    Erinnern wir uns des Beispiels mit dem Schwamm. Konzentrieren sie sich in entscheidenden Situationen (diese Handlungsweise sollte uns ebenso in Fleisch und Blut übergehen, wie unsere täglichen Verrichtungen) z. B. in Seminaren, wichtigen Besprechungen etc. auf das Wesentliche, also die im Vordergrund stehenden Fakten und blenden sie bewusst Nebensächlichkeiten aus, sofern sie nicht als spontane Wahrnehmung in ihren Fokus gelangt, ihr Leib sie gezielt darauf aufmerksam machen will.

    Noch einmal zur Erinnerung: Die für unseren Leib wichtigen Wahrnehmungen verknüpft er auf besondere Weise mit dem Ich bin d. h.: sie treten als bewusste Wahrnehmung in Erscheinung und sind somit grundsätzlich erinnerbar. Der berühmte enge Flaschenhals des Bewusstseins bedingt zwangsläufig eine Vorauswahl des Leibes und deshalb werden evolutionsbedingt nur solche Fakten, Handlungen und Erfahrungen in die bewusste Wahrnehmung des Ich bin übernommen, die dessen Überleben gewährleisten können. Daran hat sich bis heute nur wenig geändert und deshalb ist das verborgene Wissen des Leibes von entscheidender Bedeutung, wenn wir erfolgreich sein wollen, weil das Ich bin über ein ‘mehr’ an Wissen verfügen und somit den Anderen einen Schritt voraus ist.

    Konzentrieren sie sich auf die Wahrnehmungen, die ihnen bewusst zur Erscheinung gelangen; nicht mehr und nicht weniger. Entscheiden sie - wenn dies in ihrer Situation möglich ist - nicht sofort; schlafen sie, wie der Volksmund empfiehlt, eine Nacht darüber. Lassen sie das Seminar, Gespräch etc. in Gedanken Revue passieren und achten sie dabei auf ihren Leib. Was sagt ihre Intuition? Verspüren sie ein ungutes Gefühl (Kribbeln) in der Magengegend? Erinnern sie sich - jetzt bewusst - an eine Geste, einen Gesichtsausdruck oder eine Äußerung? Rufen diese Bilder, Gefühle weitere Assoziationen in ihnen hervor? Wenn ja, dann behalten sie die betreffende Wahrnehmung im Fokus ihrer Aufmerksamkeit und signalisieren damit ihrem Leib, dass sie über diesen Punkt mehr Aufklärung wollen. Mit anderen Worten: Überlassen sie ihrem Leib die (Vor)Entscheidung und greifen sie erst dann aktiv in den Entscheidungsprozess (bei Seminaren in das vermittelte Wissen) ein, wenn ihnen ihr Leib seine Entscheidung bewusst werden lässt. Diese Entscheidung oder individuelle Meinung, zu der z. B. auch in Seminaren behandelte Theorien gehören, treten nicht als kategorische ‘Ja’ oder ‘Nein’ bzw. ‘Richtig’ oder ‘Falsch’ Aussagen in ihre bewusste Wahrnehmung, sondern wird stets mit den entsprechenden Begründungen versehen. Lauschen sie ihrem Leib und sie bzw. ihr Ich bin wird verstehen, weshalb ihr Leib, ihr ‘Höheres Selbst’ zu dieser Ansicht gelangt ist. Vertrauen sie darauf! Intervenieren sie nur, wenn, wie der Volksmund sagt: Sie gute Miene zum bösen Spiel machen müssen. Beschränken sie derartige Vorgehensweisen allerdings auf ein Minimum, denn ein Tun gegen den Leib, ist ein Tun gegen dieses individuelle Ich bin und dem Gesamtzustand der Gesundheit nicht zuträglich.

    Denken sie an den Schwamm! Betrachten sie aufmerksam die Bilder, Worte, Gesten etc., die ihnen als bewusste Wahrnehmung zur Erscheinung gelangen. Achten sie im Nachfolgenden auf spontane Assoziationen wie Bilder, Gedanken, Gefühle und deren spezielle Verknüpfung mit dem aktualen Geschehen. Handeln sie nicht überstürzt oder anders gesagt: Lassen sie ihrem Leib die Zeit, die er benötigt, um zu einem guten, erfolgreichen Ergebnis, Tun, zu gelangen. Überprüfen sie dessen Entscheidungsfindung und intervenieren sie nur, wenn es unumgänglich ist. Vertrauen sie ihrem ‘Höheren Selbst’, denn niemand ist besorgter um ihr Wohlergehen, sowohl in physischer als auch psychischer Weise, wie ihr ‘Höheres Selbst’, der Leib in den ihr Ich bin eingebettet ist.

    Je öfter sie diese Vorgehensweise praktizieren, desto mehr integrieren sie aus dem Pool an verborgenem Wissen in den ihnen bewusst zugänglichen Informationsgehalt und fördern somit auf der einen Seite ihr Verständnis für das Tun ihres Leibes und auf der anderen Seite beschleunigen sie den Prozess der intuitiven Wahrnehmung. Gleichzeitig wächst ihr Vertrauen in ihr ‘Höheres Selbst’, bis sie seinem Tun blind folgen, weil sie bzw. ihr Ich bin mehr und mehr zu einer umfassenden, sich selbst bewussten individuellen Einheit zusammenwachsen.

    Im dritten Teil der praktischen Anwendung werde ich anhand konkreter Beispiele die hier kurz skizzierte Thematik und somit ihr Verständnis für sich selbst und ihren Leib vertiefen. Hierzu gehört auch die Aktivierung der Selbstheilungskräfte bzw. die Vermeidung von Erkrankungen, indem sie - ihr Ich bin - im Einklang mit ihrem Leib ihr Leben gesund und erfolgreich gestalten.

    Im nächsten Schritt ihrer Entwicklung wird die Integration des Informationsgehaltes des Homo sapiens, den ich als Seinsfeld bezeichne, stehen, der bis zu einem gewissen Grad jedem Interessierten zugänglich ist.



    Bauchgefühl Teil IV: Praktische Anleitung Teil III


    Wie bereits in der letzten Folge angekündigt, will ich Ihnen heute die Möglichkeiten, welche sich aus der Intuition für unser Leben ergeben, an einem konkreten Beispiel verdeutlichen. Dazu muss ich ein Stück weit ausholen und Ihnen - in aller Kürze - den Begriff des ‘Seinsfeldes’ erklären.

    Den Informationsgehalt des Leibes, der unser individuelles Ich bin mit einschließt, habe ich als ‘Höheres Selbst’ bezeichnet. Er umfasst sämtliche Transformationen - also Wandlungen - die unser Leib und somit auch unser bewusstes Ich bin im Verlauf seines Daseins durchlaufen hat. Verdeutlichen lässt sich dieser Prozess mit einer Kamera oder einer Festplatte, die jeden Schritt aufzeichnet, bewahrt und für oder gegen den Leib, das Ich bin, verwendet.

    Das Umfassende des Homo sapiens, also jedes individuellen Ich bin, bezeichne ich als Seinsfeld und es stellt in erweiterter Form den Informationsgehalt des Leibes dar. In ihm sind - entsprechend des Leibes - sämtliche Transformationen des Homo sapiens seit Anbeginn seiner Evolution gespeichert. Mit anderen Worten: Das individuelle Ich bin, bzw. dessen Leib, ist bei dieser Betrachtungsweise eine Zelle im Organismus des den Homo sapiens umfassenden Seinsfeldes.

    Diejenigen der Zuhörerinnen und Zuhörer, die jetzt an die Akasha-Chronik oder die morphogenetischen Felder von Rupert Sheldrake denken, liegen nicht völlig falsch, nur dass ich sowohl den Informationsgehalt des Leibes als auch des Seinsfeldes nicht als reinen Speicher betrachte, sondern als interaktives System, analog dem Gedächtnis des Homo sapiens. Wer mehr über diese Thematik wissen will, den kann ich nur auf die von mir veröffentlichen Schriften verweisen.


    Die bewusste Wahrnehmung des Ich bin, also die Erkenntnisse, die der Leib in den Fokus seiner Wahrnehmung stellt und damit für das Ich bin zur bewussten Erfahrung werden lässt, umfassen nicht nur die Wahrnehmungen aus den uns bekannten fünf Sinnen, sondern auch Informationen aus dem Seinsfeld, dem Umfassenden des Homo sapiens. Analog der Empathie, die unsere Fähigkeit oder Bereitschaft bezeichnet, mit der wir die Gedanken, Emotionen etc. einer anderen Person erkennen und verstehen. Die Grundlage dafür ist - und das ist der entscheidende Punkt - die Selbstwahrnehmung gegenüber den eigenen Emotionen. Analog zu dem Prozess der Empathie nehmen wir Informationen aus dem Seinsfeld bewusst wahr, sofern wir unsere Selbstwahrnehmung in diesem Punkt trainieren bzw. unseren Leib dementsprechend konditionieren, sodass er unserem Ich bin diese Informationen zur Verfügung stellt.

    Zur Erinnerung: Informationen, die dem Ich bin als bewusste Wahrnehmung zur Erkenntnis gelangen, ermöglichen ihm - aufgrund des umfassenderen Informationsgehaltes - sein Tun in jeder Hinsicht effizienter und damit sein Leben erfolgreicher und gesünder zu gestalten.

    Das Schlagwort für diese Strategie könnte lauten: Lebe unbewusst!

    Wie ist das zu verstehen? Auf der einen Seite erheben wir das ‘Bewusstsein des Homo sapiens’, unser Ich bin, zum Non plus Ultra der Evolution bzw. des Kosmos, schwelgen in Bezug auf die sich für eben dieses Ich bin ergebenden Möglichkeiten in Superlativen und sollen es jetzt auf der anderen Seite ‘brach’ liegen lassen und uns damit den Instinkten, Trieben usw. überantworten. Bedeutet das nicht einen bewussten Rückschritt zu unseren unbewussten Ahnen?

    Bevor ich diese Frage beantworte, ein kleiner Umweg über die Versuche von Benjamin Libet und deren Interpretation. Libet fand heraus, das der Leib über sein Tun entscheidet, es initiiert, bevor es dem Ich bin als bewusste Wahrnehmung zur Erkenntnis gelangt. Anders formuliert: Dass Ich bin kann nur Einspruch erheben und das initiierte Tun unterbinden oder eben zulassen.

    In Bezug auf das Tun des Ich bin bedeutet dies: Lebe unbewusst und greife erst dann in das Tun deines Leibes ein, wenn er die Vorüberlegungen, das Ganze für und wider, abgeschlossen hat und dem Ich bin seine Entscheidung vermittelt. Diese Entscheidung sollte das Ich bin als letzte Instanz im Lichte der bestehenden Umstände prüfen und sie entweder ausführen oder verwerfen, um nur die beiden gegensätzlichen Möglichkeiten anzuführen. Die Erkundung der dazwischen angesiedelten Handlungsweisen überlasse ich dem individuellen Tun meiner Zuhörer.

    Lebe unbewusst heißt: Überantworte dich bewusst deinem Leib und dessen umfassenderen Wahrnehmungen bzw. Informationen. Weshalb sollten wir das tun? Weil unser Leib nur das Beste für sich und damit auch für unser Ich bin will. Vertrauen wir ihm, seinem Tun, dann werden wir schon bald feststellen, dass wir in jeder Hinsicht davon profitieren; es uns täglich besser geht, weil wir in zunehmendem Maße im Einklang mit unserem Leib - unseren unbewussten Informationen bzw. unserem ‘Höheren Selbst’ leben. Gesundheit, Zufriedenheit, kurz gesagt, ein erfolgreiches und erfülltes Leben, ist im Gegenzug, für das ‘blinde’ Vertrauen in den Leib, die Belohnung für das Ich bin.

    Abschließend ein Beispiel, wie das Umfassende, sowohl des Ich bin als auch des Leibes, also der Informationsgehalt des Leibes und des Seinsfeldes, das Dasein im Sinne des individuellen Ich bin konstelliert. Wer im nachfolgenden, selbst erlebten Beispiel, den Zufall bemüht, ignoriert bzw. vertraut den ihm gegebenen Möglichkeiten nicht.


    Dieses Jahr, so habe ich mir vorgenommen, wollte ich einen anderen Zugang zu der von mir behandelten Thematik erforschen und dazu einige Seminare buchen. Meiner Intuition folgend buchte ich spontan ein Seminar bei Gordon Smith, dessen Bücher ich bereits kannte, seit ich mich mit Erfahrungen dieser Art der Wahrnehmung auseinandersetze. Er liegt - wie der Volksmund sagt - auf meiner Wellenlänge.

    Bereits Wochen vorher, hat meine Lebenspartnerin mich auf eine Lesung von Galsan Tschinag, einem mongolischen Schamanen aufmerksam gemacht und für diese Veranstaltung zwei Plätze reserviert. Eine Woche vor der Lesung sagt sie beiläufig, das Galsan Tschinag in einem Nachbarort ein zweitägiges Heiler-Seminar veranstaltet. Darauf sprang ich sofort an, fragte nach, ob noch ein Platz frei sei und buchte, nach der positiven Antwort, sofort, ohne lange darüber nachzudenken.

    Bei dem Seminar lernte ich eine Frau kennen, die ich für meinen spirituellen Stammtisch gewinnen konnte, doch davon später.

    In der Woche nach dem Seminar bei Galsan Tschinag erhielt ich eine Email vom Frankfurter Ring in dem ein Grundkurs bei Jan Erik Sigdell - Ausbildung zum Rückführungsbegleiter - angeboten wurde. Wie zuvor bei Gordon Smith buchte ich dieses Seminar, weil ich a) dessen Bücher kenne und b) bereits eine ‘erfolglose’ Rückführung hinter mir habe. Dazu ist zu sagen, dass es mir - heute weniger als früher - sehr schwer fällt, im Beisein anderer Menschen über spezielle Themen zu sprechen. Deshalb verursachte der Grundkurs bei Sigdell in mir ein gehöriges ‘Grummeln’ im Magen, weil es dort sozusagen an das ‘Eingemachte’ gehen wird.

    In dieser Phase fiel mir die Visitenkarte der Frau in die Hände, welche ich bei Galsan Tschinag kennengelernt hatte und auf der auch der Name ihrer Homepage verzeichnet war. Kurzer Rede, langer Sinn: Sie führt unter anderen Behandlungsmethoden auch Rückführungen durch und mit einem Schlag wich meine Besorgnis - das Grummeln im Magen - einer tiefen und entspannenden Erleichterung. Ich wusste, sie würde mir helfen und ... alles war gut.


    Dies ist nur ein Beispiel, wie das Umfassende des Ich bin dessen Dasein erfolgreich gestaltet, sofern wir ihm das notwendige Vertrauen entgegen bringen oder mit anderen Worten: uns der unbewussten Führung unseres ‘Höheren Selbst’ überantworten.

    Dazu mehr im folgenden Teil der Reihe ‘Erfolgreich sein, mithilfe des Bauchgefühls’, wenn es um den Glauben an das ‘Höhere Selbst’ und das ‘Seinsfeld’ gehen wird.




    Bauchgefühl Teil V: Praktische Anleitung Teil IV


    In der heutigen, vierten Folge von ‘Erfolgreich sein, mit Hilfe des Bauchgefühls’ werde ich mich mit dem Glauben in Bezug auf das ‘Höhere Selbst’ des Ich bin und das ihn Umfassende, das ‘Seinsfeld’, beschäftigen.

    ‘Jesus antwortete ihnen: »Ich versichere euch: Wenn ihr Vertrauen zu Gott habt und nicht zweifelt, könnt ihr nicht nur tun, was ich mit diesem Feigenbaum getan habe. Ihr könnt dann sogar zu diesem Berg sagen: 'Auf, stürze dich ins Meer!', und es wird geschehen (Math. 21).’

    Der Glaube versetzt Berge, sagt Jesus, und es ist dieser ‘bedingungslose Glaube, der den Leib und damit das Ich bin in Lage versetzt, jene Wunderheilungen zu vollbringen, denen Ärzte in der gesamten Welt sprachlos gegenüberstehen. Derselbe Glaube lässt den Homo sapiens ausweglos erscheinende Situationen überstehen und er ist auch für den sogenannten Placeboeffekt verantwortlich. Abschließend ein Beispiel aus der Medizin: Patienten eines Krankenhauses wurden nach ihrer Operation in zwei Gruppen eingeteilt. Angehörige der dort ansässigen Kirchengemeinde erhielten Fotografien der Patienten aus Gruppe A und beteten mehrmals täglich für sie und baten Gott um eine schnelle Genesung, während die Rekonvaleszenten der Gruppe B sich selbst überlassen blieben. Es zeigte sich, dass Gruppe A - gegenüber Gruppe B - deutlich schneller sich von den Folgen der Krankheit und dem operativen Eingriff erholte.

    Im Volksmund heißt es: Glauben heißt, nicht wissen. Mit anderen Worten: Die Kräfte, welcher der Glaube im Homo sapiens aktivieren kann, sind mit den Methoden der Wissenschaft nicht beweisbar. Zudem sind Wunderheilungen nicht beliebig im Labor und unter kontrollierten Bedingungen reduzierbar; eine Voraussetzung für deren wissenschaftliche Anerkennung.

    Ein weiterer Punkt, der in diesem Zusammenhang zumindest kurz behandelt werden muss, beschäftigt sich mit der Flut an Ratgebern, die sämtlich Hilfe in nahezu allen Lebensbereichen versprechen, teilweise in nur wenigen Tagen. Dazu lässt sich sagen: Lesen sie den Ratgeber, dessen Methode ihnen zusagt, der ihr Vertrauen weckt und ihnen deshalb - mehr oder weniger - den gewünschten Erfolg beschert. Doch worauf gründet die positive Wirkung? Sie ahnen es bereits, auf ihrem Vertrauen in die Methode und - noch entscheidender - ihrem aktiven Tun an sich selbst bzw. ihrem Leib oder ihrer psychischen Einstellung. Denselben ‘Heilungs’-Effekt erzielen sie mit der Konsultation eines Arztes, Heilpraktikers oder Schamanen, solange sie ihnen und deren individuellen Behandlungsmethoden, ihr Vertrauen schenken. Analog dem Ratgeber, dessen Autor ihnen indirekt zugehört hat, wie seine Veröffentlichung beweist, nimmt sich der Arzt, Heilpraktiker usw. sich ihres Leidens an, verschreibt, z. B. bei Schmerzen im Kniegelenk, eine Salbe, die sie mehrmals täglich auftragen und einmassieren müssen. Wie sie sehen, wirken hier dieselben Mechanismen: Vertrauen und das aktive Tun.

    Das Vertrauen ist meiner Meinung nach die schwache Form des Glaubens, weil in ihm, im Gegensatz zum Glauben, dessen bedingungsloser Überzeugung an die Wahrheit oder Richtigkeit des von ihm Verehrten, unterschwellig eine gute Portion Hoffnung mitschwingt. Wer hofft, ist nicht vollständig überzeugt oder anders formuliert: Er glaubt nicht so recht an den Erfolg der Methode, aber er verspricht sich etwas von ihr, bzw. lässt sich einfach mal überraschen, nach dem Motto: ‘Schaden kann es ja auch nicht.’

    Aus dem bisher Gesagten lässt sich folgendes Fazit ziehen: nicht woran sie Glauben ist für ihre Heilung, ihren Erfolg etc. von Bedeutung, sondern dass sie glauben. Ob an Gott, Allah, Buddha, das Tao usw. ist - nach meinen eigenen, zahlreichen Erfahrungen - von untergeordneter Wichtigkeit; sie sind sämtlich Katalysatoren, die ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten aktivieren. Ich will damit nicht die Existenz von Gott, Buddha etc. infrage stellen, im Gegenteil! Ich will damit lediglich zum Ausdruck bringen, dass in Bezug auf Heilung und Erfolg, der bedingungslose Glaube an sich selbst, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten, dieselben Wirkungen entfalten wie der Glaube an die zuvor Genannten.

    Das größte Manko des Ich bin in der heutigen Zeit, ist sein verkümmertes Selbstvertrauen; ein Phänomen, dessen Darlegung der Ursachen, den Rahmen dieser Folge sprengen würde. Interessant und für mich absolut unverständlich, ist, wie bereits gesagt, das oft blinde Vertrauen in die Ratschläge und Methoden der, zumeist werbewirksam in Szene gesetzten, Vertreter einer Zunft, die ganz bewusst und ebenso gezielt wie moderne Fernlenkwaffen, diese Schwäche des Ich bin ausnutzen und ihm, in zumeist sehr allgemeiner, oberflächlicher Art und Weise, Hilfe bei dessen jeweiligen Problemen suggerieren.

    Noch einmal: Nicht der Ratgeber, die von ihrem Autor vermittelte Methode, bringt die erhoffte Heilung, die Lösung der Probleme oder den gewünschten Erfolg, sondern ihr Glaube an das Vermittelte und ihr Tun an sich selbst, bei dessen Umsetzung. Sagen sie sich stattdessen: Nicht die Methoden A, B oder C sind für meine Genesung, Erfolg verantwortlich - ich selbst bin es. Womit sich der Kreislauf schließt und sie beginnen, ihrem ‘Höheren Selbst’ nicht nur zuzuhören und den von ihm vermittelten Gefühlen und Gedanken mit gemischten Gefühlen zu vertrauen, sondern ihm in blindem Glauben folgen.

    Ihr ‘Höheres Selbst’ wiederum ist - analog des Ich bin -, Teil des die Spezies des Homo sapiens Umfassenden, das ich als ‘Seinsfeld’ bezeichne und der in erweiterter Form dem Informationsgehalt des Leibes bzw. dem des ‘Höheren Selbst’ gleicht. Indem das Ich bin über sein ‘Höheres Selbst’ mit dem ‘Seinsfeld’ verknüpft ist, transformiert es dieses mit seinem Tun und wird von ihm transformiert. Der Prozess ist vergleichbar mit bewusst erinnerbarem Wissen des Ich bin und dessen unbewusstem Bereich an gespeicherten Informationen, die sein Tun beeinflussen, ja bestimmen.

    Wenn sie jetzt bereits an die Kraft ihres Leibes glauben, dessen Macht, sich selbst zu heilen oder sie auf den Pfad des Erfolges zu führen, dann stellt der Glaube an das ‘Seinsfeld’, das Umfassende des Homo sapiens, nur einen kleinen, weiteren Schritt in ihrer bewussten Entwicklung hin zu mehr Gesundheit und Erfolg dar. Denn ohne ihr bewusstes Wissen, haben sie - indem sie sich in gutem Glauben ihrem Leib anvertrauten - bereits für die positiven Einflüsse des ‘Seinsfeldes’ geöffnet. In diesem Stadium ihrer ‘spirituellen’ Entwicklung, legen sie ihr Schicksal zu einem guten Teil in die Hände des ‘Seinsfeldes’ und im Gegensatz zu früher, blockieren sie dessen positiven Energien und Einflüsse nicht mehr, sondern lassen es bewusst zu, das gleichsam eine ‘Höhere Instanz’ den richtigen Pfad für sie wählt.

    Mit welchem Wort sie diese ‘Höhere Instanz’ bezeichnen, bleibt ihrem individuellen Glauben überlassen. Von Bedeutung ist nur, dass sie deren Existenz nicht länger verleugnen oder ignorieren, sondern anerkennen, sich ihr öffnen oder mit anderen Worten: ihr Tun, welches ihnen wie zuvor beim ‘Höheren Selbst’ als Intuition oder den erlebten Erfolg in Bezug auf ihre Gesundheit, Zufriedenheit über ihr Dasein und den angestrebten Erfolg, sowohl im Privatleben als auch im Beruf, ins Bewusstsein tritt.

    Vergessen sie nicht! Selbst wenn es ihnen schwer fällt, sich bis zu einem gewissen Grad auf unbekanntes Terrain zu begeben, sich in die Hände einer nicht unmittelbar wahrnehmbare Realität zu überantworten, so erinnern sie sich des Placebo Effektes. Sie können darüber lächeln, verständnislos den Kopf schütteln und die Studien darüber als blanken Unsinn betrachten, die Tablette gegen Kopfschmerzen, die sie vielleicht am Morgen gegen ihren Kater einnehmen, wird ihnen helfen, selbst wenn sich in ihr durch Zufall kein Wirkstoff befinden sollte. Ihr Glaube, das die Tablette ihren Kopfschmerz vertreibt oder ihnen zumindest Linderung verschafft, genügt, damit sich der gewünschte Erfolg einstellt. So viel zum Glauben bzw. Nicht-Glauben.

    Damit sind wir wieder am Ende einer weiteren Folge von ‘Erfolgreich sein - mit Hilfe des Bauchgefühls’ angelangt und ich verabschiede mich bis zum nächsten Mal, wenn es um die Beschleunigung unseres Alltags geht, ein Übel, das direkt mit unserer Intuition verknüpft ist.









    Bauchgefühl Teil V: Praktische Anleitung Teil V


    Im vorerst letzten Teil der praktischen Anleitung von ‘Erfolgreich sein, mit Hilfe des Bauchgefühls’, werde ich mich mit der Beschleunigung unseres Alltags beschäftigen und ihnen in der zweiten Hälfte des Vortrags noch ein paar Tipps auf ihre persönliche Reise zum Erfolg mitgeben.

    Gerade der Aspekt der ‘Beschleunigung’, hervorgerufen durch die Komplexität des Leibes, der beruflichen Anforderungen, ja, des Alltags überhaupt, bedingt die ‘exponentiell’ anwachsende Zahl von Transformationen, die das Tun des Leibes und damit des Ich bin verzögern und dadurch dessen Tun ‘sozusagen’ einfrieren. Ein schönes Beispiel, welches diesen Sachverhalt anschaulich verdeutlicht, stellt die Annäherung an ein schwarzes Loch dar. Mit jedem ‘Jetzt’ oder Meter, den wir uns ihm nähern, verlangsamt sich aufgrund der immensen Schwerkraft die Zeit und für einen äußeren Beobachter, bewegen wir uns kontinuierlich langsamer auf das schwarze Loch zu. Wir kommen seiner Singularität beständig näher ohne sie je zu erreichen, weil uns im wahrsten Sinne die Zeit abhandenkommt - sie gleichsam gefriert. Auf den Leib und das Ich bin übertragen, bedeutet dies: Je komplexer sowohl der Leib als auch die alltäglichen Anforderungen werden, in die er eingebettet ist, desto zögerlicher wird sein Tun, bis zum letztendlichen Versagen. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, bzw. überhaupt nicht erst in seinen Sog zu gelangen, greift der Leib auf zwei bewährte Strategien zurück: a) Vermeidung von neuen Anforderungen, indem er in Krankheit, Illusionen (Tagträume) oder ihn weniger fordernde Tätigkeiten flüchtet und b) Planloses Tun, bei dem er Wahrnehmung und Tun praktisch verknüpft, also wie ein Roboter auf das von ihm geforderte Tun reagiert, indem er, wie ein Stolpernder nach dem nächstbesten Halt, der seinen Sturz verhindert, auf in der Vergangenheit erfolgreiche Strategien zurückgreift. Wie wenig sinnvoll diese Handlungsweisen sind, begreifen sie sofort, obwohl sie - natürlich in nuancierter Weise - auf die Herausforderungen des Alltags reagieren.

    Die Frage, die sich uns stellt, lautet: ‘Mit welcher Methode begegnen wir der Beschleunigung des Daseins?’ Die Antwort darauf ist: ‘Mit Hilfe unseres Bauchgefühls.’

    Der mögliche Einwand, dass ‘planloses Handeln’ im Grunde ein ‘intuitives Tun’ ist, ist berechtigt, wobei das Entscheidende, die dem Bauchgefühl innewohnende bewusste Fokussierung des Leibes und damit des Ich bin auf eben dieses Gefühl, Gedanken etc., umgangen wird, sodass die Erfahrung des Ich bin entweder überhaupt nicht oder nur - wie bei der Ziehung der Lottozahlen -, die dem Auswurf nächste Kugel, das erstbeste Tun ergriffen und realisiert wird.

    Unser Ziel ist: Erfolgreich sein, mit Hilfe des Bauchgefühls, und dass in Stresssituationen, in denen wir so gut wie keine Zeit zur Entscheidung besitzen und zudem einer neuen Herausforderung gegenüberstehen, die unser Tun, durch eine Flut von Informationen, zusätzlich behindert und damit verzögert. Wie begegnen wir solchen Situationen, damit unser Tun, trotz äußerem Druck und der daraus resultierenden Eile zur Entscheidung, die angemessene und damit - für uns - optimale Antwort, Lösung etc. ist?

    Es gibt darauf weder eine einfache noch sofort abrufbare Methode, wie die Mehrzahl der so wortreich angepriesenen Ratgeber uns suggerieren wollen. Der einzige Weg, der mit Sicherheit zum Ziel und damit zum Erfolg führt, ist im Grunde ein Fazit dieses Vortrags.

    Akzeptieren sie, als Ich bin, dass ihr Leib über ein wesentlich umfangreicheres Wissen verfügt, und er es ihnen, sofern sie darauf achten, als Bauchgefühl, Gedanke oder spontane Erkenntnis zur Verfügung stellt. Erinnern sie sich an die Kurzformel: Aufmerksam mit allen Sinnen wahrnehmen, den Leib die Vorarbeit in Bezug auf die erhaltenen Informationen durchführen lassen, und erst wenn dessen Einschätzung vorliegt, diese bewusst in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen.

    Das Wissen ihres Leibes, der die ihrem Ich bin bewussten Informationen mit einschließt, ist ihr ‘Höheres Selbst’, das sie auf allen Wegen begleitet und hilfreich zur Seite steht. Glauben sie an dieses ‘Höhere Selbst’! Vertrauen sie ihm, wie ein Blinder seinem ihn führenden Hund, und überantworten sie ihm ihr Tun, wenn vonseiten ihres Ich bin nichts gegen dessen Tun spricht.

    Zudem ist ihr ‘Höheres Selbst’ mit dem die Spezies Homo sapiens umfassenden Informationsgehalt, dem Seinsfeld, verknüpft und auch dieses, ihnen verborgene Wissen, fließt ohne ihr Zutun und Wissen in das Bauchgefühl mit ein. Das heißt: ihr Tun gründet auf Informationen, die weit über das Wissen ihres ‘Höheren Selbst’ hinausreichen, und z. B. Informationen über die neue Produktionslinie, ihren Vorgesetzen und dessen Erwartungen an sie, die erforderliche Fortbildung etc. beinhaltet. Das Bauchgefühl ist wie der Spickzettel bei ihren früheren Klassenarbeiten, er beinhaltet sozusagen, verborgene - ihnen unter normalen Bedingungen unzugängliche Informationen -, und bedingt dadurch den gewünschten Erfolg. Mit anderen Worten: Dem Bauchgefühl vertrauen, heißt ‘Schummeln’ auf höchster Ebene.

    Vertrauen, dass wissen sie aus eigener Erfahrung, entsteht nicht über Nacht; es muss sich entwickeln, wachsen wie eine anfänglich zarte, verletzliche Pflanze. Deshalb beginnen sie sofort damit, ihrem Bauchgefühl zuzuhören! Interagieren sie mit ihm und sie werden sehen, dass sie mit jedem Tag mehr Vertrauen zu ihrem ‘Höheres Selbst’ aufbauen und diese wachsende Zuversicht, ja Gewissheit in ihr Tun, verleiht eben diesem Tun, die für den Erfolg notwendige Sicherheit und Zielstrebigkeit.

    Sagen sie nicht ‘Ich schaffe das!’, sondern ‘Wir schaffen das!’ und wenn ihnen das ‘Wir’ fremd bzw. leicht pathologisch erscheint, dann integrieren sie ihren Leib in ihr Ich bin, sodass die Formel: ‘Ich schaffe das!’, ihr ‘Höheres Selbst’ mit einschließt. Es gibt in der Psychologie den Begriff der Meinigkeit, der z. B. beinhaltet, dass sie ihr Bein subjektiv als schon immer zu ihnen gehörig empfunden haben. Jetzt wird der Begriff Meinigkeit oft erweitert, und umfasst in dieser Form z. B. die Ausdehnung meines Körperempfindens auf die Karosserie meines Fahrzeuges. Analog dazu vergrößert das Bauchgefühl ihr Wissen, so, als erschließe es ihnen neue, bisher nicht einsehbare Räume der Bibliothek. Nutzen sie dieses Wissen gezielt für ihr Leben und gestalten sie es auf diese Weise erfolgreicher bzw. so, dass sie - wie der Volksmund sagt - im Einklang mit sich und der Welt sind.


    Abschließend einige Ratschläge, die ihnen zu Beginn ihres Trainings und in ‘Notsituationen’ die Hilfe vermitteln, welche erforderlich sind, um schnell auf die Erfolgsspur zu gelangen.

    Ob sie Furcht vor der Fortbildung, einem beruflich wichtigen Gespräch oder ob es um private Entscheidungen, Menschen etc. geht, bleiben sie ruhig und denken sie an das alte Sprichwort, dass vor jeder Entscheidung, eine Nacht darüber geschlafen werden sollte. Nehmen sie sich bzw. lassen sie ihrem Leib, die Zeit und sie werden erleben, wie hilfreich ihr erster Gedanke oder Gefühl am Morgen in Bezug auf ihre Entscheidung, den Gesprächspartner sein wird.

    Müssen sie ihre Entscheidung sofort treffen, ziehen sie das Gespräch in die Länge. Stellen sie Fragen und vermeiden sie ein bewusstes Nachdenken über das Angebot, ihr Gegenüber. Erinnern sie sich des Beispiels mit dem Schwamm: Warten sie auf die Antwort ihres Leibes - vor allem, bleiben sie ruhig. Vertrauen sie ihrem Leib; er wird sie mit Sicherheit nicht enttäuschen und ihnen seine Einschätzung mitteilen. Ihr Leib ist vergleichbar mit einem sensiblen Künstler, er braucht ihr Vertrauen, ihren Zuspruch, nur dann läuft er sozusagen zur Höchstform auf und er dank es ihnen mit zutreffenden Beurteilungen.

    Auch wenn die Zeit - wie gesagt - drängt, werden sie zumindest ein mulmiges oder überhaupt kein Gefühl in der Bauchgegend verspüren. Erhalten sie keine Warnung, ist dass ein positives Zeichen; ebenso, wenn sie am liebsten sofort zustimmen wollen, dann passt alles perfekt zusammen - glauben sie meinen Worten und dem Urteil ihres Leibes.

    Noch einmal: Bleiben sie ruhig! Versuchen sie grundsätzlich so viel Zeit wie möglich zu gewinnen, bis sie ihre Entscheidung treffen müssen. Vermeiden sie bewusstes Nachdenken, bis ihr Leib ihnen erste Informationen liefert. Fragen sie sich, weshalb ihnen gerade dieser Gedanke, dieses Bild oder das Gefühl bewusst wird und halten sie Ausschau nach Parallelen zu der anstehenden Entscheidung, den Worten, Gebärden ihres Gegenübers usw. Gedulden sie sich, sollte sich der Grund für ihr Zögern, ihren Enthusiasmus, nicht sofort einstellen; er wird ihnen bewusst werden. Unabhängig davon, sollten sie ihre Entscheidung, Einschätzung im Vertrauen auf ihren Leib treffen. Begeben sie sich vertrauensvoll in seine Obhut und er wird es ihnen danken. Bedenken sie: Niemand in ihrem persönlichen Umfeld ist besorgter um ihr Wohlergehen, als ihr Leib. Er ist, sofern sie sich darauf einlassen, ein wirklich Freund, ein verlässlicher Helfer in allen Lebenslagen, dem sie blind, dass heißt, ohne seine Einschätzungen zu hinterfragen, folgen können.

    Deshalb: Vertrauen muss wachsen und somit mein Rat an sie: Trainieren sie, wie jeder erfolgreiche Sportler, täglich die Interaktion mit ihrem Leib. Lauschen sie auf seine Reaktionen zu ihrem Tun und sollte es von diesem Abweichen, fragen sie ihn, weshalb er diese Einschätzung vertritt und sie werden mit Sicherheit eine Antwort erhalten, sofern sie gelernt haben, die Zeichen ihres Leibes zu hören, fühlen und zu interpretieren. Jede Kette, so sagt der Volksmund, ist so stark wie ihr schwächstes Glied; seien nicht sie dieses schwache Glied. Wie in jedem Team, ist auch hier das Zusammenspiel das oberste Gebot für den Erfolg. Nur wenn jeder seine speziellen Fähigkeiten einbringt und sie gemeinsam ihr Ziel anstreben, dann werden sie dieses auch erreichen - es in der Realität verwirklichen.

    Bilden sie, als Ich bin zusammen mit ihrem Leib, dass, was sie seit Geburt sind, eine Einheit, die, je mehr sie bewusst zu dieser Einheit verknüpft wird, als harmonisch operierendes Team erfolgreich sein wird.

    Damit sind wir am Ende der Vortragsreihe über das Bauchgefühl angekommen und es würde mich freuen, wenn ich ihnen mit dieser kurzen Einführung zu dieser komplexen Thematik helfen konnte. Ich bedanke mich für ihr Interesse und wünsche ihnen eine gute und erfolgreiche Zeit.


    Zuletzt ein Hinweis: In Kürze folgt ein Vortrag über ein Thema, dass uns oft ohne unser Wissen beherrscht und derzeit in aller Munde ist, die Entschleunigung. Wie sie ‘Im Schneckentempo auf der Überholspur’ ihr Leben gesund und doch erfolgreich gestalten, dass werden sie in diesem Vortrag lernen.

    Auch auf Youtube als Video.


    1 Merleau-Ponty, Phänomenologie der Wahrnehmung, 1966, S. 176.

    2 Maurice Merleau-Ponty (* 14. März 1908; † 3. Mai 1961) war ein französischer Philosoph und Phänomenologe.

    3 Merleau-Ponty, Phänomenologie der Wahrnehmung, 1966, S. 252.

    4 Ebd. S. 253.

    5 Merleau-Ponty, Rede auf einer Tagung.

    6 Merleau-Ponty, Phänomenologie der Wahrnehmung, 2003, S. 277.

    7 Görnitz, Thomas; Carl Friedrich von Weizsäcker - Physiker, Philosoph, Visionär; Verlag der Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung 2012; S. 129; Ein Satz, der vermutlich von William James stammt.

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