Über Beschleunigung

  • Über die Beschleunigung des Prozesses der Transformation


    Verehrter Tathagata, wenn ich eure Worte richtig wahrgenommen habe, so bewahrt der Kosmos jedes Tun, und dieser Aspekt seines Wesens ist verantwortlich für den Pfad seiner Evolution, der vom Einfachen zur Mannigfaltigkeit und zugleich vom Einfachen zum Komplexen führt. Diesen Aspekt nennen wir Gedächtnis und er wirkt auf zwei Weisen; er bewahrt das ihn Erzeugende oder Bedingende. Dies nennen wir Entität, Gedanke, Identität usw. und mit zunehmender Komplexität beschleunigt es den Kreislauf des Prozesses der Transformation. Was sagt ihr zu diesem Pfad des Kosmos, verehrter Tathagata?“

    „Das ist gut erkannt“, lobte Tathagata den Schüler. „Weshalb beschleunigt die Komplexität den Prozess der Transformation, beschreitet sie den Pfad der Entwicklung mit stets weiter ausholenden Schritten? Das Ich bin.

    Das Ich bin lebt im Jetzt und strebt ohne sein Zutun in die Zukunft, und weil dem so ist, sucht es, aus den Informationen des Vergangenen die Zukunft zu schauen, damit das Morgen nicht sein Dasein gefährde und sich überdies seinen Wünschen und Zielen entsprechend gestalten werde. Bei den niederen Lebewesen nennen wir es Trieb, Instinkt und bezeichnen damit einfache Pfade, die sowohl das Einzelne wie die Vielheit seiner Art vor Zerstörung bewahren, indem sie ihm Nahrung zuführen, es vor Feinden schützen und individuell den Erfordernissen seiner Umgebung anpassen.

    Der Mensch wandelt auf denselben Pfaden und somit bleibt ein Großteil des Tuns dem Ich bin verborgen. Jetzt ist das Ich bin, aufgrund seiner Komplexität, auch ein sich seines Selbst bewusstes Individuum, das so über sich spricht: 'Ich bin!' Und weil es ein Selbst ist, sich diesem Selbst auf dem Pfad seiner Entwicklung bewusst wurde, spricht es weiter: 'Dieses Tun ist gut für mich und dieses schlecht.' Und ein anderes Mal: 'Diese Tat ist böse und dieses erscheint mir gut.' Deshalb wählt das Ich bin, entsprechend seinem Wesen, diesen oder jenen Pfad, den des Guten oder jenen des Bösen. Dies nennen wir - als Tun des Leibes - Freiheit der Wahl, und dieser Schritt auf dem Pfad des Homo sapiens in dessen zukünftiges Dasein beschleunigt in zunehmendem Maße den Prozess der Transformation, und das auf folgende zwei Weisen. Zum einen erlaubt die Freiheit der Wahl dem Leib und somit auch indirekt dem Ich bin, entsprechend dessen Informationsgehalt, sich Vorstellungen über das Morgen zu bilden und diese auf seinem weiteren Weg in die Tat umzusetzen. Über die gleiche Freiheit der Wahl verfügt die Spezies des Homo sapiens, und so strebt nicht nur das individuelle Ich bin seinem Wesen gemäß in die Zukunft, sondern ebenso das es Umfassende wie seine Familie, die Gemeinschaft, in die es eingebunden ist, der Staat in dem es lebt und zuletzt seine Spezies. Damit wird sowohl das Tun des Ich bin als auch die ihn wie Zwiebelschalen umfassenden Mannigfaltigkeiten innerhalb jedes ‘Jetzt’ vielfältiger und weil der Leib des Ich bin, infolge seiner kontinuierlich an Vielfalt und deren jeweiliger Komplexität zunehmenden Umwelt, einer wachsenden Flut an Wahrnehmungen ausgesetzt ist, auf die er mit seinem Tun in nahezu täglich kürzer werdenden Zeitabständen reagieren muss, gelangt diese Entwicklung des Leibes, als Gefühl sich allgemein beschleunigender Prozesse, in die bewusste Wahrnehmung des Ich bin.“


    Glück und Zufriedenheit

    Tathagata

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