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    „Welch eigenartiges Chaos ist diese weite Atmosphäre, die wir atmen! ... Die Luft selbst ist eine einzige riesige Bibliothek, auf deren Seiten alles für immer niedergeschrieben ist, was ein Mann je gesagt oder eine Frau geflüstert hat. Dort, in ihren veränderlichen, aber eindeutigen Zeichen, gemischt mit den frühesten sowie letzten Seufzern der Sterblichkeit, sind für immer festgehalten, nicht eingelöste Schwüre und unerfüllte Versprechen, die sich in der vereinten Bewegung jedes Elementarteilchens als Zeugnis des wechselhaften Willens des Menschen verewigen.“

    J. L. Borges - Die Bibliothek von Babel

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    Es ist immer eine eher animalische und instinktive Beeindruckung, die von dem Menschen des raschen Entschlusses und des entschlossenen Zugriffs ausgeht; sie scheinen es zu sein, die den Situationen der Not und Gefahr am ehesten begegnen können. Aber dieses animalische Zutrauen schwindet in dem Maße, in dem die Furcht schwindet und rasche Entschlüsse nicht mehr förderlich zu sein scheinen. Der Zweifler, der sich den Aufschub für sein Handeln erwirkt, gewinnt dann an Zutrauen. (...) Der Mensch zögert und zaudert nicht, weil er Vernunft hat, sondern er hat Vernunft, weil er gelernt hat, sich das Zögern und Zaudern zu leisten. Die Vernunft ist ein Inbegriff präsumtiver, antizipatorischer, auch provisorischer Leistungen, deren anthropologischer Grenzwert es ist, dass wir das Bewusstsein haben können, sterben zu müssen, und es immer mit ihm zu tun haben.

    Blumenberg: Beschreibung des Menschen

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    Die eigene Macht oder auch - an der Macht des anderen gemessen - die eigene Ohnmacht, die Nähe von Macht und Ohnmacht, erfordern geradezu die Entwicklung eines Sinns für das Angemessene. ‘Macht als eine zwar normschaffende, selbst aber normlose Größe ist auf Bewährung angewiesen.:!:

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