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    „Höret! Verkündet ein weiser Mann, dass ihm die Erleuchtung den Pfad zum kosmischen Bewusstsein vor Augen geführt hat, so geht beruhigt eures Weges; die Wahrheit kann dieser weise Mann euch nicht lehren. Ich sage euch, die Wahrnehmung des Leibes ist auf das Seinsfeld, das Umfassende der Spezies Homo sapiens begrenzt. Wie der Vogel kein Wissen über die Evolution seiner Art, die physikalischen Voraussetzungen, die ihm das Fliegen ermöglichen, besitzt, weil es ihm - selbst wenn wir es ihm vermitteln könnten - zu fremdartig ist und somit nicht sinnvoll in dessen Wahrnehmung integriert werden kann, so ist es dem Homo sapiens nicht gegeben, das Wesen des Kosmos zu erschauen.“


    Von Tathagata

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    „Verlässt das ‘Ich bin’ im Schlaf seinen Leib und kündet der Traum von dessen Erfahrungen oder ist er wie der Frühnebel über den Wiesen und Feldern oder der Rauch des Feuers ein sich schnell auflösendes Gespinst, dessen zufällige Strukturen dem ‘Ich bin’ als Folge von Bildern zur Erscheinung gelangen? Bitte, verehrter Tathagata, belehre mich hierüber“, sprach der Schüler zu Tathagata.

    „Setzt euch zu mir“, antwortete Tathagata freundlich und wies mit der Hand auf den Platz zu seiner Rechten. „Träume sind, wie das unentwegte Gemurmel von Gebirgsbächen, das leise Rascheln der Blätter im Abendwind oder der stete Strom der alltäglichen Geräusche, treue Gefährten des Leibes, und diese Anhänglichkeit wird ihnen zum Schicksal. Das Beständige sinkt leicht zum Gewöhnlichen herab, und wie die Einzigartigkeit der einzelnen Schneeflocke sich im dichten Gewand verliert, in das sie die Natur kleiden, so umhüllt der Leib das Gewöhnliche mit Unsichtbarkeit, damit es dem Ich bin nicht mehr zur

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    Es gibt ein Reich,

    wo nicht Erde noch Wasser ist,

    nicht Feuer noch Luft,

    nicht Raumunendlichkeit

    nicht Bewusstseinsunendlichkeit,

    noch Nichtsein,

    dort ist weder Wahrnehmung

    noch Nichtwahrnehmung,

    weder diese Welt noch jene Welt,

    weder Sonne noch Mond.

    Das nenne ich

    nicht Kommen, noch Gehen, noch Bleiben,

    weder Vergehen noch Entstehen.

    Ohne Grundlage, ohne Fortentwicklung,

    ohne Halt ist es:

    Dort ist des Leidens Ende.


    ( Buddha , Udana 8,1 )

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    Kali Yuga endlich, das finstere Zeitalter, hält sich lediglich auf fünfundzwanzig Prozent der vollen Kraft des Dharma. Nun triumphieren egoistische, verschlingende, blinde, ruchlose Kräfte und beherrschen die Gegenwart. Kali bedeutet das schlimmste von allem; auch 'Streit, Zank, Spaltung, Krieg, Schlacht'. Im Würfelspiel ist Kali der Verliererwurf. Während des Kali Yuga sind der Mensch und seine Welt in ihrem schlimmsten Zustand angelangt. Der moralische Niedergang wird an einer Stelle der Vishnu Purana wiedergegeben: "Wenn die Gesellschaft in einen Zustand gerät, wo Reichtum Rang verleiht, Besitz die einzige Quelle der Tugend wird, Leidenschaft das einzige Band zwischen Mann und Weib, Betrug die Grundlage des Erfolges im Leben, geschlechtliche Liebe der einzige Weg zur Freude und äußere Verwirrungen mit innerlichem Glauben zusammengeworfen werden ..." - dann sind wir im Kali Yuga, der Welt von heute.


    Heinrich Zimmer, Indische Mythen und Symbole, Diederichs Verlag 1972, S. 20f.


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    Agentur Friedwald - Das etwas andere Unternehmen.

    Neuauflage, mit bisher unveröffentlichten Geschichten.


    Stein nickte erneut, wurde daraufhin wortkarg. Er antwortete knapp, musste sich jedes Wort aus der Nase ziehen lassen, bis er von dem freundlichen Mitarbeiter der Agentur Friedwald erneut gerügt und mit einem vernichtenden Blick abgestraft wurde. Die Fragestunde begann. Nach der dreißigsten Antwort wurde Stein der Prozedur allmählich überdrüssig. Wie zuvor fielen seine Antworten einsilbiger aus und er ertappte sich dabei, wie seine Gedanken abschweiften, sich angenehmeren Dingen zuwandten. Er sah sich in der Sonne sitzen, ein Eis essen oder gemütlich vor dem Fernseher lagernd, die Beine hochgelegt und eine Tüte Chips auf dem Schoß. Stein verabschiedete sich von Herrn Kiesewetter, nickte ihm dankbar zu, weil ihm die passenden Worte nicht in den Sinn kommen wollten, drückte ihm mit beiden Händen die dargebotene Rechte und schlich auf Zehenspitzen aus dem Büro und

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    Arbeiten zum Essay über Karma I



    Ohne Entstehen, auch ohne Vergehen, nicht ewig, auch nicht abgeschnitten.

    Nicht eines, auch nicht verschieden, ohne Kommen, auch ohne Gehen.


    Korn ist ein Produkt bestimmter Relationen. Es entsteht nicht; es ist, wenn bestimmte Relationen (Bedingungen) gegeben sind. Korn ist deshalb von Anfang an. Es entsteht nicht, auch vergeht es nicht. Sobald die entsprechenden Relationen gegeben sind, ist Korn. Deshalb ist Korn auch nicht Keimling. Keimling benötigt andere Relationen.

    Es entsteht nicht, weil es bei den entsprechenden Relationen, ist. Was nicht entsteht, kann auch nicht vergehen. Deshalb ist es auch nicht ewig, weil von Relationen abhängig und nicht abgeschnitten, weil es, sobald die es bedingende Konstellation gegeben ist, wieder ist.

    Es ist nicht eines, weil es der Reaktionen bedarf und nicht verschieden, weil nur eine Relation es belebt. Es kommt nicht, weil es ist und es geht nicht, weil nur gehen kann was zuvor gekommen ist.


    Nagarjuna

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    Nirvana oder das Wesen des Kosmos:

    Über das Nirvana kann man nicht sagen: 'Dies ist es' oder 'Dies ist es nicht'. Nirvana ist ohne Tod bzw. frei von allem Sterben und jeder Art Vergänglichkeit; es ist Frieden, oder frei von allen bedrückenden Störungen seiner friedlichen Stille, frei von allem Leid; sicher, oder frei von allen Bedrohungen der Sicherheit durch ein äußeres Nicht-Selbst, frei von aller inneren Selbstentfremdung.

    Nirvana das Todlose oder Unsterbliche wird nicht als Abstraktion verstanden, sondern als lebendige Realität, nicht als bloß subjektive Gemütsverfassung, sondern als etwas, das jeden individuellen Geist transzendiert. Ziel ist es, den Menschen aus seiner menschlichen Verfassung zu befreien, absolute Freiheit zu erringen, das Unbedingt (Wesen des Kosmos) zu erkennen. (Das Sanskritwort für Tod lauten mãra). Solange wir an etwas festhalten, müssen wir besorgt und unruhig bleiben.

    Nirvana ist der Kosmos, der Prozess der Schöpfung vom Fundamas bis zu dessen Ende, dem

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