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    Schlaf:

    Der Schlaf umfasst also alle Züge des Numinosen; er kann Furcht einflößen, aber auch erhabene Gefühle vermitteln. Er ist ein Mysterium und vielleicht der Urzustand des Lebens.

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    Wenn dein Geistvon Unglück ungetrübt bleibt, wenn du keine Lust mehr begehrst, wenn deine Gefühle gelassen sind und du frei von Angst und Zorn bist, dann erfährst du innere Stille.

    Aus der Bhagavadgita

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    „Wovon wird das ‘Ich bin’ vergiftet und mit Auflösung bedroht?“, fragte der Vater eines Schülers von der Sorge um das Wohlergehen seines Sohnes getrieben, der zufällig des Weges kam und dessen geweckte Neugier, ihn der Belehrung des Tathagata lauschen ließ.

    „Höret!“ sagte Tathagata. „Der Vogel baut sein Nest nach seiner Art. Weshalb handelt er so?“ Ohne auf eine Antwort zu warten fuhr er fort: „Weil die Größe des Nestes so gewählt ist, dass es ausreichend Platz für die Eier und sein Weibchen bietet. Mehr Raum würde das Nest auskühlen lassen und die erfolgreiche Bebrütung ebenso gefährden wie ein zu kleines Nest, das die Eier mit Zerstörung bedrohte. Das Nest bildet somit die goldene Mitte, und es tut dies, weil es auf diese Weise seinen Daseinszweck auf die bestmögliche Art erfüllt. Es drückt auf diese Weise das Wohlergehen, die Erhaltung der Art, aus, die ihm am Herzen liegt und aus diesem Grund ist ihr Tun sinnvoll, welches sie durch den Vogel bewirkt. Den Pfad des

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    „Höret! Verkündet ein weiser Mann, dass ihm die Erleuchtung den Pfad zum kosmischen Bewusstsein vor Augen geführt hat, so geht beruhigt eures Weges; die Wahrheit kann dieser weise Mann euch nicht lehren. Ich sage euch, die Wahrnehmung des Leibes ist auf das Seinsfeld, das Umfassende der Spezies Homo sapiens begrenzt. Wie der Vogel kein Wissen über die Evolution seiner Art, die physikalischen Voraussetzungen, die ihm das Fliegen ermöglichen, besitzt, weil es ihm - selbst wenn wir es ihm vermitteln könnten - zu fremdartig ist und somit nicht sinnvoll in dessen Wahrnehmung integriert werden kann, so ist es dem Homo sapiens nicht gegeben, das Wesen des Kosmos zu erschauen.“


    Von Tathagata

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    „Verlässt das ‘Ich bin’ im Schlaf seinen Leib und kündet der Traum von dessen Erfahrungen oder ist er wie der Frühnebel über den Wiesen und Feldern oder der Rauch des Feuers ein sich schnell auflösendes Gespinst, dessen zufällige Strukturen dem ‘Ich bin’ als Folge von Bildern zur Erscheinung gelangen? Bitte, verehrter Tathagata, belehre mich hierüber“, sprach der Schüler zu Tathagata.

    „Setzt euch zu mir“, antwortete Tathagata freundlich und wies mit der Hand auf den Platz zu seiner Rechten. „Träume sind, wie das unentwegte Gemurmel von Gebirgsbächen, das leise Rascheln der Blätter im Abendwind oder der stete Strom der alltäglichen Geräusche, treue Gefährten des Leibes, und diese Anhänglichkeit wird ihnen zum Schicksal. Das Beständige sinkt leicht zum Gewöhnlichen herab, und wie die Einzigartigkeit der einzelnen Schneeflocke sich im dichten Gewand verliert, in das sie die Natur kleiden, so umhüllt der Leib das Gewöhnliche mit Unsichtbarkeit, damit es dem Ich bin nicht mehr zur

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