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    Die Sonne berührte bereits den Horizont, als Tathagata seine Meditation beendete. Er beschattete die Augen, blickte prüfend in die Gesichter seiner Schüler, die mit ihm den Nachmittag im Hain verbracht hatten, und sprach: „Illusion heiße ich den Pfad, der die Kluft zwischen Leib und Ich bin' überbrückt.“

    „Aber, verehrter Tathagata, ist nicht jedes Ding Illusion?“, rief ein Schüler und verwies auf die Gruppe jener weisen Gelehrten, die sich seit gestern in der Stadt aufhielten.

    „Höret!“, fuhr Tathagata in seiner Belehrung fort. „Das Ich bin beschreitet oft den Pfad der Illusion, sei es, um des Daseins oder des Glückes willen. Ich lehrte euch, dass das Ich bin oft in dem Irrtum lebt, es sei vergänglich wie sein Leib und somit der Pfad seines Daseins begrenzt. Weshalb schlussfolgert das Ich bin in dieser Weise?“

    „Weil das ‘Ich bin’ sich der umfassenden Wahrheit seines Daseins nicht bewusst ist“, antwortete einer der älteren Schüler, wobei ein anderer hierzu anmerkte:

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    Aus Verlangen besteht der Mensch. Wie sein Verlangen, so ist sein Entschluß; wie sein Entschluß, so ist die Handlung, die er tut; je nachdem, was er tut, wird er dazu.

    Aus den Upanischaden

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    Männer, die wirklich heldenhaft handeln, rühmen sich ihrer Verdienste nie. Feur brennt lautlos, und ohne Lärm scheint die Sonne.

    Aus der Mahabharata

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    &thumbnail=1Tathagata sprach: „Jedes Ich bin trägt das Wissen über den Kosmos in sich. Doch es verkümmert in ihnen, bleibt verborgenes Wissen. Es liegt brach wie ein unbepflanztes Feld. Deshalb öffnet die Tore in euch und lauscht diesem Urwissen, höret seine Worte und vertraut ihnen wie ein Blinder seinem treuen Weggefährten, der ihn sicher führt.“


    Ein friedvolles Wochenende

    Tathagata

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    „Gestern, verehrter Tathagata, spracht ihr über den Leib, dass er Geschichten spinnt und webt, wie sie uns im Traum begegnen. Ist somit die gesamte Realität nur Illusion?“, fragte ein älterer Mann Tathagata, dessen Frau mit fremden Zungen redete.

    „Der Leib webt, Wahrnehmung mit Wahrnehmung verbindend“, antwortete Tathagata mit Bedacht auf diese Frage, weil er um dessen leidvolles Schicksal wusste. „Das ist die Art des Geschichtenerfinders, unseres Leibes, der bis auf den heutigen Tag, bis zu der bewussten Wahrnehmung des Ich bin, seine Geschichten webt, um das Ich bin im Dasein zu halten.

    Somit ist nicht die Realität bloße Illusion, sondern die bewusste Wahrnehmung des Ich bin, dessen Erkenntnisse über sie, wie sie ihm zur Erscheinung gelangen. So, wie jedes Organ des Leibes seine speziellen Nährstoffe benötigt, damit es seine Gesundheit erhalten und die ihm übertragenen Aufgaben verrichten kann, bedarf das Organ Ich bin der Geschichten des Leibes. Sie schützen das Ich bin

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    Über den Sinn des Daseins

    „Verehrter Tathagata“, sprach ein junger, noch ungeduldiger Schüler, der erst seit wenigen Wochen unter ihnen weilte, „die Weisen sagen, dass es für den Menschen keine schlüssige Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens geben kann. Sie begründen ihre Worte mit dem Wesen des Kosmos, dessen Dualität, welche die Fähigkeiten der Erkenntnis des Menschen übersteigt. Entsprechen ihre Worte der Wahrheit?“, fragte der Schüler und setzte sich voller Erwartung, weil er endlich Aufklärung über die sein Herz aufwühlenden Worte erwartete.

    „Höret!“, antwortete Tathagata mit erhobener Stimme und fasste den jungen Schüler fest ins Auge, der sofort erbleichte und voller Demut den Kopf senkte. „Was lehrte ich euch? Einfach ist die Wahrheit und erst der Pfad der kosmischen Evolution erzeugte die Mannigfaltigkeit. Die Weisen“, sagte Tathagata gedehnt und blickte in den sich allmählich verdunkelnden Abendhimmel, „sprechen die Wahrheit, und doch sind ihre Worte wie

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