Blog-Artikel aus der Kategorie „Prosa“

    Auszug aus 'Der neue Mitarbeiter'.


    „Sie haben in den letzten Jahren für ein Bestattungsunternehmen gearbeitet, Herr Klein. Was genau war Ihre Aufgabe dort?“

    Klein beugte sich vor, rutschte dabei vor Aufregung fast vom Stuhl, fing sich im letzten Augenblick, indem er sich am Schreibtisch festkrallte, lächelte entschuldigend und sang los: „Wir, mein Kollege Hubert und ich, holten die Entschlafenen ab … selbstverständlich mit dem Auto … wuschen die … äh … Körper und richteten sie her.“

    Wilfried war versucht die Augen zu schließen, sich das zugehörige Orchester vorzustellen und einfach dem Gesang zu lauschen. Stattdessen konzentrierte er sich auf den Neuen.

    „Sie … entschuldigen Sie“, stieß er jäh aus und hielt sich die Hand vor den Mund. Wilfried gähnte ausgiebig, summte im Geiste die letzten Takte aus Tristan und Isoldeund ließ dabei Wolfgang Klein keine Sekunde aus den Augen.

    „Hergerichtet? Größere Eingriffe oder, wie man sagt, das Übliche?“

    „Oh nein!“, flötete Klein entrüstet

    Weiterlesen

    Leseprobe ‘Seelen-Glv-schopf.de/index.php?attachment/68/ück’

    Ein Friedpark Roman

    von

    Volker Schopf


    „Hell und sauber“, gestand Käthe dem Unternehmen zu. „So ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe.“ Sie rückte ihre Frisur zurecht, überprüfte den Sitz ihrer Kleidung, deren Farbe Erinnerungen an Nebel über ausgedehnten Moorgebieten wachrief, der das Land unter sich begräbt wie Erde die Verstorbenen. „Wenn Franz wüsste ...“, flüsterte ihre innere Stimme, die der moralischen Erziehung ihrer Kindheit verpflichtet ist, die Käthe als rückständig, nicht mehr zeitgemäß, betrachtete und deshalb geflissentlich überhörte.

    Mehr? Leseprobe:

    Weiterlesen

    Einst, zu einer Zeit, welche auf Fanga das magische Zeitalter genannt wurde, lebte in derKönigsstadt Mekbur ein junger Dieb namens Ibar. Mekbur war für fangalische Verhältnisseeine große, ja riesige Stadt und dies war nur einer der Gründe, weshalb es innerhalb ihrerstarken Mauern so viele Diebe gab. Aber Mekbur besaß noch andere Besonderheiten. Die Häuser waren dort so eng aneinandergebaut wie sonst nirgends auf Fanga und sie wanden sich über mehrere Stockwerke in denblauen Himmel. Zusätzlich, als wolle sie die Diebe in ihrem Bestreben, reich zu werden,unterstützen, gab es tief unter ihr ein ausgedehntes Höhlensystem.So war es also nicht verwunderlich, daß gerade In Mekbur die Zunft der Diebe ungewöhnlichviele Mitglieder zählte, zumal in der Königsstadt viele reiche Händler und wohlhabendeKönigstreue wohnten.

    Der geschickteste Dieb von allen war Ibar. Er war weit über die Grenzen des Reiches hinaus bekannt und es gab weit und breit keinen Jungen, der nicht davon träumte, einmal

    Weiterlesen

    Jetzt zum Download bereit!


    Die Welt versinkt hinter Erinnerungen. Das Geräusch meiner Schritte bleibt hinter mir zurück, verliert sich in dem Gassengewirr der Altstadt. Die wenigen Passanten, die meinen Weg kreuzen, verflüchtigen sich zwischen Nacht und Regen, und das Klicken ihrer Absätze reiht sich ein in den Takt der Zeit.

    Ein Gefühl der Einsamkeit steigt in mir, bemächtigt sich meiner Gedanken und überantwortet mich dem Nichts. In diesem Moment empfinde ich die Welt als neutral – jenseits von Gut und Böse; hier wird mein Leid erträglich, weil es keine Antwort fordert.

    Ein Schlag gegen den Arm wirft mich einen Schritt seitwärts.

    „He, Alter! Hast dir wohl einen zuviel hinter die Binde gekippt.“ Anschließend Gelächter und ein Riß im Gefüge der Einsamkeit. Vor einem Schaufenster bleibe ich stehen und warte, bis die Gruppe Jugendlicher in der gegenüberliegenden Gasse verschwindet.

    „Was wißt ihr schon ...“, murmle ich, einen Nikolaus betrachtend, der mir dämonisch grinsend

    Weiterlesen

     

    Drama in vier Teilen.


    Unsterblichkeit – Also nichts ist nach dem Tode? Allerdings bis du alles, so ist, wenn du stirbst, nach dem Tode Nichts; bist du aber nicht alles, so bleibt nach dem Tode noch alles übrig, was du nicht gewesen. Damit ist alles gesagt!

    Ludwig A. Feuerbach

    Ein an Krebs Erkrankter kann sich nicht damit abfinden, in naher Zukunft aus dem Leben zu scheiden, weil seine Krankheit schon sehr weit fortgeschritten ist. Er trägt sich deshalb mit dem Gedanken, sich so lange einfrieren zu lassen, bis Methoden erfunden worden sind, die ihm ein Weiterleben ermöglichen. Er kommt bei den Vorüberlegungen zu diesem Entschluss mit seiner Frau in Konflikt, die eine andere Auffassung über das Fortleben nach dem Tod vertritt. Aber erlässt sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Als er nach Jahrzehnten wieder aus dem Tiefkühlschlaf erwacht, erwarten ihn unvorhersehbare Komplikationen....

    Weiterlesen

    Agentur Friedwald - Das etwas andere Unternehmen.

    Neuauflage, mit bisher unveröffentlichten Geschichten.


    Stein nickte erneut, wurde daraufhin wortkarg. Er antwortete knapp, musste sich jedes Wort aus der Nase ziehen lassen, bis er von dem freundlichen Mitarbeiter der Agentur Friedwald erneut gerügt und mit einem vernichtenden Blick abgestraft wurde. Die Fragestunde begann. Nach der dreißigsten Antwort wurde Stein der Prozedur allmählich überdrüssig. Wie zuvor fielen seine Antworten einsilbiger aus und er ertappte sich dabei, wie seine Gedanken abschweiften, sich angenehmeren Dingen zuwandten. Er sah sich in der Sonne sitzen, ein Eis essen oder gemütlich vor dem Fernseher lagernd, die Beine hochgelegt und eine Tüte Chips auf dem Schoß. Stein verabschiedete sich von Herrn Kiesewetter, nickte ihm dankbar zu, weil ihm die passenden Worte nicht in den Sinn kommen wollten, drückte ihm mit beiden Händen die dargebotene Rechte und schlich auf Zehenspitzen aus dem Büro und…

    Weiterlesen

    Friedwald - Leseprobe:


    In ihrer Aufregung lief Brünhilde Schmitz unruhig in der Empfangshalle von Friedwald umher.

    „Wie sollte sie Herrn Kiesewetter nur Ihren Entschluss nahe bringen“, dachte sie zum wiederholten Male und hielt, wie in den vergangenen Wochen, vergeblich nach den passenden Worten Ausschau.

    Brünhilde blieb in Gedanken versunken vor dem großen Bildschirm stehen, auf welchem die Agentur Friedwald für ihren geplanten Mythologiepark warb und Interessenten für verschiedene Themenbereiche suchte.

    „Sucht Ihr Mann in der Blüte seines Lebens nach einer Veränderung?“, fragte die freundliche Stimme, während Gestalten der griechischen Mythologie über den Schirm flimmerten.

    „Dann sprechen Sie mit unseren Mitarbeitern.“

    Perseus ritt auf den Betrachter zu, das vorgereckte Kinn kampfbereit erhoben und in der rechten hielt er Athenes Schild, mit dem er Medusa überlistete.

    „Ihre Frau trennte sich überraschend von Ihnen?“, hörte Brünhilde die Sprecherin sagen, als sich hinter

    Weiterlesen


    Friedpark Das etwas andere Unternehmen ist zurück


    Allmählich verloren die Mitglieder des Begrüßungskomitees das Interesse an dem jungen Mann, zumal er regungslos vor seiner Statue ausharrte, ohne auch nur einen Laut von sich zu geben. Umschlungen von der Dunkelheit im Augenblick seines Todes, der dunkelsten Dunkelheit, die er je erlebt hatte und die weit von der entfernt war, wie sie nach dem Untergang der Sonne eintrat. Es war eine alte, längst in Vergessenheit geratene Dunkelheit, vertraut nur mit sich selbst. Er spürte, wie sie ihn liebkoste, über Hals und Gesicht leckte, sanft und mit aller Vorsicht, so wie Katzen es tun, um herauszufinden, ob sie etwas fressen möchten. Sein Bewusstsein, verlor sich darin, schwand dahin, bis es luftig wurde und substanzlos wie wispernde Stimmen. Ihn fröstelte und einer Gewohnheit folgend suchte er nach dem Licht - vergeblich.

    Wir werden alt, wir werden älter, wir werden Friedwälder.

    (Philosophie der Agentur Friedwald, aus der später das

    Weiterlesen