Tathagata

Höret!

    „ ... denn eins ist niemals eins,

    doch auch die Zwei ist nur

    mit Mühe zwei, wie Platon sagt.“1


    Theopomp in Hedychares

    1 Vgl.: Diogenes, 2004, S. 159.

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    Die Evolution des ‚Ich bin‘ wies dem Anfang des Kosmos, unabhängig von der Bezeichnung, vielfältige Bedeutungen zu und es geht diesbezüglich nicht um den Aspekt, ob dieser als das Eine, das Gute, Einheit alles Seienden, unteilbares oder höchstes Prinzip beschrieben wird, sondern einzig um die Tatsache der interkulturellen Ähnlichkeit in der Deutung. Seine Eigenschaften bzw. deren Negation sind ein spätes Produkt der Evolution des Kosmos, die erst mit dem Auftauchen des ‚Ich bin‘ in Erscheinung traten und als verbindendes Glied der Vielfalt der Vorstellungen, gleichsam als das sie konstituierende Allgemeine, einen Anfang postulieren, der ein Jetzt schuf, das zuvor nicht existierte. Die Problematik, welche bei der Beschreibung der Geburt des Kosmos zwangsläufig auftritt, ist der Ausdruck der Individualität des ‚Ich bin‘, und diese bedingt die Mannigfaltigkeit der Theorien, Glaubensrichtungen etc. und führt weit über ein bloßes Missverstehen hinaus, wie die Geschichte der

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    „Was ist der Sinn eines Steines?“, wollte Tathagata von seinen Schülern als Antwort auf seine Frage wissen, und als er zahlreiche Gedanken gehört hatte, sah er die Ratlosigkeit in ihren Gesichtern, worin denn in Wahrheit, bei der Vielzahl an unterschiedlichen Antworten, der Sinn des Kosmos begründet ist.

    „Höret!“, sprach er. „Sinn oder Unsinn, Wahrheit oder Lüge, Gerechtigkeit oder Unrecht, sind begriffliche Urteile des Ich bin und ebenso der Entwicklung unterworfen wie er selbst. Was in früherer Zeit als gerecht erschien, gilt heute als Unrecht, und wie schnell wird die Wahrheit als Lüge entlarvt und wandelt sich Sinnvolles in Unsinn. Ergibt Unsinn, wenn er uns im Spiel erfreut, nicht Sinn? Besitzt nicht jegliches Ding zwei Seiten? Und welche von den möglichen zwei Seiten ist gut oder böse, sinnvoll oder verwerflich?“

    „Gut ist, was die Gemeinschaft fördert!“, rief ein Schüler und ein anderer war der Meinung: „Wer urteilt denn darüber, ob etwas gut oder böse sei?“

    „Das ‘Ich bin

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    „Aber was ist die Wahrheit, verehrter Tathagata?“


    „Der Kosmos“, antwortete Tathagata, „gleicht dem Menschen, der geboren wird, altert und stirbt. So wie das individuelle Ich bin sein Dasein vom Kind zum Greis vollzieht, so schreitet das Seinsfeld in seiner Entwicklung vom Niederen zum Höheren fort und demselben Gesetz unterliegt der Kosmos, dessen Transformation das Seiende in seiner Mannigfaltigkeit bedingt wie sein Fortschreiten auf dem Pfad vom Einfachen zum Komplexen.“


    „Wahrlich einfach ist die Wahrheit, verehrter Tathagata, und zugleich verschlossen wie der Mund eines Mannes, der ein Schweigegelöbnis ablegte.“

    „Er hat wahr gesprochen“, sagte ein anderer Schüler. „Ein Mirakel scheint mir die Wahrheit.“ Tathagata hob die Hand und mahnte zur Ruhe.


    Fortsetzung folgt.

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    Die Furcht vor dem Corona-Virus, diesem Numinosen, entspringt der Zeit bzw. Entwicklungsstufe, als das ‘Ich bin’ sich zu entwickeln begann, es schwach war, träumend und nur für kurze Zeit aus dem Unbewussten, dem Dunkel des Nichtseins, auftauchte. Furcht vor der Auflösung (Auslöschung) des ‘Ich bin’ ist Furcht vor dem Nicht-Sein, der Willkür des blinden Schicksals, welche das ‘Ich bin’ jederzeit vernichten kann. Trotzdem oder gerade deshalb zieht ihn das Unbewusste, der Corona-Virus an und dieser Drang bzw. die Furcht, durch ihn den Tod bzw. die Auslöschung zu erleiden, stürtzt das 'Ich bin' in Hoffnungslosigkeit und panisches Verhalten, auch wenn es jeder Vernunft entbehrt.

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